Hückeswagen: Kriminalität nimmt zu – auch in Hückeswagen
VON NORBERT BANGERT - zuletzt aktualisiert: 01.03.2007Hückeswagen (RPO). „NRW hat eine leichte Reduzierung, wir haben eine leichte Steigerung. Trotzdem sind wir die sicherste Region des Landes“: Mit diesen Worten begann Landrat Hagen Jobi gestern in Gummersbach die Vorstellung der Kriminalstatistik des Oberbergischen Kreises für 2006. Die aktuelle Entwicklung sei kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, so der Landrat weiter. „Licht und Schatten liegen eng beieinander“, betonte er.
Insgesamt wurden der Polizei im Vorjahr auf Kreisebene 12 691 Straftaten bekannt, 7077 davon wurden aufgeklärt. Gegenüber 2005 bedeutet das eine Steigerung der Straftaten um 8,65 Prozent. Die Aufklärungsquote ist ebenfalls gestiegen. Knapp 56 Prozent der Fälle wurden 2006 aufgeklärt, zwei Prozent mehr als 2005.
Speziell in Hückeswagen und Wipperfürth – beide Städte werden statistisch gemeinsam erfasst – ist die prozentuale Steigerung nicht so groß aber ebenfalls vorhanden. In den beiden Städten wurden 1667 Fälle registriert, das bedeutet eine Zunahme um knapp fünf Prozent.
Im Oberbergischen waren fünf Mord- oder Totschlagsdelikte zu verzeichnen. Ein Fall ereignete sich in Radevormwald, wo bei einem Streit in einem Männerwohnheim ein Mann umgebracht wurde. Hinzu kommen drei Fälle im Kreisgebiet, wo Nägel auf einer Straße ausgestreut wurden. Das wertete die Staatsanwaltschaft als Mordversuch. Stolz ist der Landrat und oberste Polizeichef auf eine andere Zahl. So war im ganzen Kreis 2006 nur ein Drogentoter zu beklagen. Es wurden aber mehr Delikte von Drogenhandel und -schmuggel registriert. „Wir haben uns bei der Ermittlungstätigkeit mehr auf die Händlerstrukturen konzentriert, das wirkt sich auf die Statistik aus“, sagte Albert Hebborn, Leiter der Direktion Kriminalität gestern.
Bei allen Delikten entstand ein Gesamtschaden in Höhe von 20,7 Millionen Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahr, wo die Summe 12,3 Millionen Euro betrug, eine erhebliche Steigerung. Grund: In die Summen wurden drei Fälle von Firmen-Insolvenz eingerechnet.
Wichtige Kennziffer für die Statistiker ist die so genannte Häufigkeitszahl. Damit lässt sich messen, wie verbreitet in einem bestimmten Gebiet die Kriminalität ist. In Hückeswagen/Wipperfürth liegt der Wert bei 4157 Straftaten hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Das entspricht dem Durchschnitt des Kreises. Das Oberbergische ist damit erheblich sicherer als beispielsweise Düsseldorf, wo die Häufigkeitszahl dreimal so hoch liegt.
Interessant: Die Zahl der Straftäter in der Altersgruppe bis 18 Jahre ist rückläufig, während die jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) mehr Straftaten verübten.
Handlungsbedarf sieht Hagen Jobi bei der Bekämpfung der Wohnungseinbrüche. „Die steigende Zahl in diesem Bereich macht uns Sorgen“ so Hagen Jobi.
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