Hückeswagen: Märchenhafte Alltagsszenen
VON HEIKE KARSTEN - zuletzt aktualisiert: 22.02.2010Hückeswagen (RPO). Menschliche Szenen stehen im Mittelpunkt der Linolschnitte von Elisabeth Kaiser-Arentz. Die poetisch wirkenden Bilder der Hückeswagener Künstlerin werden ab kommenden Freitag in einer Ausstellung in der Graphothek in Remscheid zu sehen sein.
Groteske Gesichter schauen von den Wänden des Ateliers an der Hochstraße auf den Besucher hinab: Fabelwesen und Gestalten, die einem sonst nur im (Alb-)Traum oder im Märchen begegnen, zusammengestellt zu tiefgründigen Szenen. Geschaffen wurden die Bilder von Elisabeth Kaiser-Arentz in der aufwändiger Linolschnitt-Technik. Die in Duisburg geborene frei schaffende Künstlerin studierte in Dortmund die Schwerpunkte Kunst und Kunsterziehung und lebt seit 1971 mit ihrem Ehemann in Hückeswagen.
"Jede Interpretation ist richtig"
Die Arbeiten der 68-Jährigen umfassen neben den Linolschnitten auch Wachsgemälde, Radierungen, Grafiken und Monotypien. Die Werke sind figurativ gearbeitet, stellen Geschichten dar und überlassen doch dem Betrachter eine eigene Sichtweise. "Jede Interpretation ist richtig", betont die Künstlerin. In ihren Bildern finden sich keine konkreten Gesichter, sondern maskenhafte Figuren, die wie überspitzte Karikaturen wirken. Der Schweizer Mediziner und Psychologe Carl Gustav Jung würde sie als "Archetypen" bezeichnen: Universell vorhandene Urbilder in der Seele aller Menschen, unabhängig von ihrer Geschichte und Kultur.
Die Ausstellung
Eröffnung 26. Februar, 19 Uhr Wo Graphothek Remscheid, Scharffstraße 4-6 Öffnungszeiten dienstags, mittwochs und donnerstags, jeweils von 14 bis 17 Uhr; freitags, 14 bis 19 Uhr
Weitere Informationen auf der Internetseite der Künstlerin
Die Linolschnitte druckt Elisabeth Kaiser-Arentz ein- und mehrfarbig im eigenen Atelier. Durch die Variation der Farben und dem Bearbeiten des Linols zwischen den einzelnen Farbgängen entstehen einzigartige Unikate. Einen Mangel an Inspiration und Ideen hat die Hückeswagenerin nicht. "Ich brauche mich doch nur umzudrehen", bringt es die ehemalige Lehrerin auf den Punkt. So entstand das Bild "Protest" beispielsweise nach dem Bericht über die Schließung des Nokia-Werks in Bochum. Als Auftragsarbeiten hängen Märchenbilder in der Kinderklinik in Worms sowie 14 Bilder über den Kreuzweg in der Bremer St. Hedwig-Kirche.
Mit informeller Kunst kann Elisabeth Kaiser-Arentz dagegen nicht viel anfangen. "Es ist eine Sackgasse, wenn abstrakte Bilder immer weiter reduziert werden", stellt die Künstlerin klar. Beeindruckend findet sie die Linoldrucke von Picasso und stellt selbst hohe Ansprüche an ihre Werke. Fehldrucke mit undeutlichen oder leicht versetzten Konturen finden hingegen nicht den Weg in eine Ausstellung.
Ausstellungen in ganz Deutschland
Auf deutschlandweit drei bis vier Ausstellungen pro Jahr präsentiert Elisabeth Kaiser-Arentz ihre Kunstwerke. Vom 26. Februar bis zum 26. März sind ihre neusten Linolschnitte in der Remscheider Graphothek zu besichtigen.
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