Hückeswagen: "Menschlichkeit ist wichtig"
zuletzt aktualisiert: 14.02.2009Hückeswagen (RPO). Seit dem 1. Februar ist Christiane Klur (40) Rektorin der Realschule. Im Gespräch mit der BM berichtet die Nachfolgerin von Dieter Schruff, welche Ziele sie für die Schule, die Schüler und Lehrer verfolgt.
Schmeckt der "Chef-Kaffee" besser als der zu Zeiten als Konrektorin?
Klur (lacht) Ehrlich gesagt, kriege ich weniger Kaffee. Ich habe nicht so viel Zeit, und deshalb bleibt der Kaffee des Öfteren stehen.
. . .und wie fühlt es sich an im Chefzimmer?
Klur Langsam bin ich hier angekommen. Die vorigen zwei Wochen bin ich ständig zwischen dem Konrektorenzimmer und hier gependelt. Heute habe ich das erste Mal meine Jacke im Rektorzimmer aufgehängt. Es ist ein schönes Zimmer, ich gewöhne mich gerade daran.
Werden Sie etwas in Ihrem neuen Zimmer verändern?
Christiane Klur
Geboren 9. Mai 1968 in Lüdenscheid
Schulabschluss 1987 am Bergstadt-Gymnasium Lüdenscheid Studium Biologie und Chemie auf Lehramt in Münster Referendariat 1995 bis 1997 am Zeppelin-Gymnasium in Lüdenscheid
Schullaufbahn Lehrerin an der Realschule Schalksmühle (zehn Jahre); seit August 2007 an der Realschule (zunächst als eine von zwei Konrektoren) Familienstand ledig
Klur Ich bin ein Blumen-Fan, deshalb stehen hier schon Blumen. Aber ich habe noch keine Zeit gehabt, etwas groß zu ändern.
Wie waren Ihre ersten Tage als Leiterin einer Schule mit 561 Kindern und Jugendlichen?
Klur Wenn man drüben im Konrektorenzimmer sitzt, hat man nur eine ungefähre Ahnung, was hier los ist. Ich hatte ehrlich gesagt die Sorge, dass die Fülle der Arbeit mich vielleicht erschlagen könnte. Es war und ist viel zu tun. Aber alles in allem habe ich das Gefühl, dass es trotz Anfangsschwierigkeiten funktioniert. Ich habe aber auch Rückendeckung durch ein super Team. Die Startvoraussetzungen hätten daher nicht besser sein können.
Was übernehmen Sie von Ihrem Vorgänger?
Klur Uns hat viel verbunden, so etwa bei der grundsätzlichen Vision, wie Schule sein soll. Wichtig sind mir vor allem Menschlichkeit, Anspruch auf Leistung und die Musik an dieser Schule.
Worin sehen Sie Unterschiede in Ihrer Arbeit zu Dieter Schruff?
Klur Ich bin keine Revoluzzerin. Ich muss also nicht eine Schule, die zudem noch gut läuft, von Grund auf erneuern. Aber ein Generationswechsel beinhaltet an sich ja schon Änderungen; der Wind wird vielleicht ein bisschen jugendlicher.
Was ist Ihre Zielsetzung für die Realschule?
Klur Konkret wird jetzt die Übermittagsbetreuung vorbereitet: Leute müssen eingestellt, Verträge unterschrieben, Konzepte erstellt werden. Gerne würde ich weiter auf dem Weg zum selbst verantwortlichen Lernen gehen, wie es jetzt auf dem Realschullehrer-Tag in Engelskirchen angeklungen ist. Noch mehr weg vom Pauker hin zum Begleiter von Schülerinnen und Schülern in ihrem Lernprozess. Wir sind sicherlich schon auf dem Weg, aber er ist noch nicht zu Ende.
Wie hat sich Ihr Arbeitstag seit dem 1. Februar verändert?
Klur (lacht) Vor allem gibt's weniger Kaffee. Aber im Ernst: Der größte Unterschied ist, dass mein Schreibtisch wie ein Nadelöhr ist, wo alles erst einmal aufläuft – sämtliche Mails, die Post, Elternanfragen, pädagogische und organisatorische Dinge, die es zu regeln gilt. Es gibt aber auch Momente, wo man mit den Kollegen einen Kaffee trinken kann. Diese sind zwar selten aber trotzdem wichtig.
Können Sie sich vorstellen, wie Ihr Vorgänger ebenfalls bis zur Pensionierung Leiterin der Hückeswagener Realschule zu bleiben?
Klur (überlegt lange) Ja. Mein Vorgänger hat mich einmal gefragt, ob ich die Karriereleiter weiter hinauf klettern wolle, zum Beispiel Richtung Dezernentenstelle. Für mich ist aber die Arbeit an der Basis und das Arbeiten mit den Kindern und den Kollegen wichtig; das macht mir großen Spaß. Außerdem ist das hier eine tolle Schule.
Letzte Frage: Dieter Schruff hatte für seinen Besuch immer eine Glasschale mit Schokolade parat. Bleibt diese "Tradition" auch bei Ihnen erhalten?
Klur (lacht) Im Moment stehen hier Blumen. Es könnte sein, dass das eine Neuerung sein wird. Aber wir haben auch immer eine Trostkiste mit Süßigkeiten für Schüler.
Stephan Büllesbach führte das Gespräch.
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