Hückeswagen: Narren trotzen der Kälte
VON NORBERT BANGERT - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010Hückeswagen (RPO). Stadt und Vereine hatten gestern gemeinsam den Weg für den Rä-Te-Ma-Teng bereitet. Auf einer verkürzten Route – aber wie gewohnt gleich zweimal – zog der "d'r Zoch" durch die Altstadt. Dazu gab es Kamelle satt.
Eisig war's, und das bisschen Vorzeige-Sonnenschein zum Zugbeginn änderte daran auch nichts. Immerhin ging's von oben trocken auf die zweimal abzulaufende Schleife vom Etapler Platz durch die Altstadt zum Schloss. Die Jecken ließen sich auch nicht durch eine kleine Kommunikationspanne aus der Ruhe bringen: Der Etapler Platz war nicht für die Karnevalisten abgesperrt worden. Die Hückeswagener ließen den Narren auch so genug Platz für die sieben Wagen und neun Fußgruppen.
Um punkt 14.11 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. An der Spitze, wie gewohnt, Zugführer Egon Kusche, gefolgt von der ersten Musikkapelle, den "Ratsbläsern". Die Gemeinschaft Hunker hatte ihren Wagen ganz im Stil des Filmklassikers "Dschungelbuch" geschmückt. Die Kinder in ihren Affenkostümen warfen zwar nicht mit Bananen, immerhin aber mit Kamelle. Für die "Echten Fründe" ist, ihrem Motto zufolge, der NRW-Tag nur der Auftakt zu weiteren großen Ereignissen in Hückeswagen. Die Bewerbungen der Stadt für die EXPO und die Fußball-WM liegen demnach schon in der Schublade. "Die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2020 ist nur noch eine Formsache", versicherte Bürgermeister Uwe Ufer mit närrischer Glaubwürdigkeit.
Die Kolpingsfamilie gab dieses Mal das Motto aus: "Die Stadt, sie geht in Baustell'n unter, die Kolpingjugend macht sie bunter. Wir pinseln alle Häuser an, der Baulemann nur staunen kann."
Erneuter Blickfang waren "Die Namenlosen" in ihren Schlossgeister-Kostümen. Ihr Motto: "925 Jahren Hückeswagen, alte Mauern, junger Geist". Kurz vor Zug-Beginn brach bei den Teilnehmern Hektik aus. Bei der Anfahrt hatte der Luftsog eines entgegenkommenden Lkw die Beschriftung am Mottowagen abgerissen. Die Hückeswagener Handwerker versahen ihren Wagen mit kreativen Skizzen eines Linienbusses und dem Motto "Nicht warten – starten". Es ging um den Bürgerbus.
Gegen die Kälte hatten sich gestern viele mit langen Unterhosen gewappnet. Drei Damen aus Hückeswagen, als Kreuz 7, Kreuz 5 und Herz 5 verkleidet, wandten ein närrisches Hausmittel an: . "Wir schunkeln uns warm", sagte die Kreuz 7. Für alle Fälle hatte auch das DRK vorgesorgt: mit warmen Decken im geheizten Bus. Zum Einsatz kam diese Ausstattung aber nicht.
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