Hückeswagen: Obermann in doppelter Mission
VON NORBERT BANGERT - zuletzt aktualisiert: 13.10.2009Hückeswagen (RPO). Gleich zwei Herren muss der Jugendreferent der Evangelischen Kirchengemeinde momentan dienen. Neben seiner Aufgabe als kirchlicher Ansprechpartner für Jugendliche leistet er seinen Zivildienst bei der Diakonie.
Christoph Obermann ist für sein Alter ein gelassener Mensch. Und Gelassenheit benötigt er auch, denn zurzeit hat der 24-Jährige zwei Jobs gleichzeitig: Er ist Jugendreferent der Evangelischen Kirchengemeinde und Zivildienstleistender bei der Diakoniestation. Wie bekommt er beides unter einen Hut?
"Gut", bringt es Obermann im BM-Gespräch mit einem Wort auf den Punkt. Im Vordergrund steht zurzeit seine Arbeit bei der Diakoniestation. Neun Monate lang leistet er den Zivildienst ab, am 1. Juli trat er seinen Dienst an. "Meine Aufgabe besteht hauptsächlich in Fahr- und Botendiensten für die Patienten. Hinzu kommt Bürotätigkeit", beschreibt Obermann. Rezepte oder Medikamente müssen abgeholt oder Menschen in der Tagespflege in Radevormwald betreut werden.
Eine besondere Herausforderung ist für ihn der Umgang mit Demenzkranken und gebrechlichen Patienten. Der Neu-Hückeswagener hat einen Lehrgang der Diakonie besucht, in dem das Thema Demenz im Mittelpunkt stand. "Uns wurde erklärt, wie der Verlauf der Krankheit aussieht. Nun kann ich einschätzen, in welcher Phase sich ein Patient befindet", so der Zivildienstleistende. Vor Beginn seines Dienstes hatte Obermann auch Respekt beim Gedanken an den Umgang mit Menschen, die sich nur mit fremder Hilfe bewegen können. "Ich hatte Angst, den Leuten weh zu tun", bekennt er. Doch die Befürchtungen seien letztendlich unbegründet gewesen.
Seine Arbeit als Jugendreferent der Evangelischen Kirchengemeinde läuft derweil "auf Sparflamme". "Ich bin fünf Stunden pro Woche in Hückeswagen tätig und zwei in Bergisch Born", sagt der 24-Jährige. Hintergrund dieser Arbeitsteilung ist der Umstand, dass sich die Gemeinden in der Schloss-Stadt und im benachbarten Remscheider Stadtteil die Stelle teilen. Im Zentrum seiner Aktivitäten für die Hückeswagener bleiben die Jugendstunde am Freitag und ein zweiwöchiges Angebot am Dienstag im "Café Kiwie". Für die Zukunft wünscht sich Obermann mehr Kontakt zu Jugendlichen, die sich nicht im unmittelbaren Umfeld der Gemeinde bewegen. "Ich will ihnen zeigen, dass wir Christen keine Spinner sind, sondern dass man mit dem Glauben hoffnungsvoll in die Zukunft gehen kann", sagt der Jugendreferent. Seinen Traumberuf – eben die Arbeit mit Jugendlichen – habe er gefunden. Aber: Ob es zum 1. April 2010 tatsächlich einen neuen Vertrag für ihn geben wird, steht noch nicht fest.
Hobbys kommen bei der Doppelbelastung derzeit zu kurz. "Ich spiele sehr gerne Basketball", so Obermann. Doch Zeit, sich einem Verein anzuschließen, hat er nicht. Auch zum Fußballspielen kommt er nicht. Freizeit ist Mangelware geworden für den jungen Mann.
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