Hückeswagen: Opa geht in den Jugendtreff
VON TOBIAS DUPKE - zuletzt aktualisiert: 19.04.2007Hückeswagen (RPO). Neues Konzept mit neuem Ziel: Der Jugendtreff der Stadt möchte in Zukunft generationsübergreifend arbeiten. Zwei konkrete Angebote hat das Team um Stadtjugendpfleger Michael Schmoldt bereits erarbeitet.
Das ist es, dachte Stadtjugendpfleger Michael Schmoldt: Junge Punker und 70-Jährige verstehen sich blendend – und was beim Bingoabend im „Freestyle-Club“ funktioniert, sollte doch auch im normalen Programm bestehen. Das war vor rund vier Monaten. Heute ist die Erkenntnis von damals zu einem echten Konzept herangewachsen. Der Jugendtreff will in Zukunft nicht nur das junge Klientel bedienen, er möchte sich öffnen und generationsübergreifend arbeiten. Damit sollen Kindern und Jugendlichen Werte vermittelt, älteren Menschen soll die Scheu vor der jungen Generation genommen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Jugendtreff-Team jetzt zwei Angebote erarbeitet, von dem eins bereits morgen, Freitag, anläuft.
„Funny Friday“
Wann jeden Freitag, 16 bis 21.30 Uhr
Wo Jugendtreff „Freestyle-Club“ Untergeschoss der Mehrzweckhalle, Brunsbachtal
Was Generationen-übergreifendes Angebot für junge und alte Hückeswagener
Eintritt kostenlos
Besonderheit alkohol- und rauchfrei Kontakt Tel. 85 10 86
Der „Freestyle-Club“ bietet nämlich erstmals den so genannten Funny Friday an. An diesem „lustigen Freitag“ sollen nicht nur Kinder und Jugendliche gemeinsam ihre Freizeit verbringen, es werden auch ausdrücklich Senioren eingeladen. „Wir wollen schauen, was sich daraus entwickelt“, sagt Schmoldt.
Er denkt dabei beispielsweise an Handy-Workshops von Jugendlichen für die Senioren – oder Projekte, die in die andere Richtung arbeiten: „So könnte ein rüstiger Rentner den jungen Menschen zeigen, wie früher mit Werkstoffen gearbeitet wurde – wie wurde etwa vor 50 Jahren geschweißt, wie Holz verarbeitet.“ Schmoldt ist dabei besonders wichtig, dass den Jugendlichen und Kindern Werte vermittelt werden. Außerdem soll das gegenseitige Verständnis auf beiden Seiten geweckt werden.
„Einige Senioren bekommen vielleicht eine Krise, wenn die Hose bei Jugendlichen auf halb Acht hängt – andersherum können Jugendliche nicht verstehen, warum sie von älteren Menschen immer verscheucht werden, wenn sie beispielsweise nur Fußball spielen wollen“, hat Schmoldt erkannt. Wenn diese Berührungsängste erst einmal abgebaut seien, würden beide Seiten sehen, dass sie gar nicht so unterschiedlich ticken. Eben wie damals beim Bingoabend.
Neben dem „Funny Friday“ gibt es noch ein zweites konkretes Angebot, das das neue Konzept des Jugendtreffs einläutet: ein monatliches Café von Jugendlichen für Senioren im Stadtpark. Im Juni geht’s los. „Die jungen Leute werden das Café aufbauen, und wir werden zunächst die Bewohner des Altenzentrums Johannesstift einladen“, erläutert Schmoldt.
Aber es soll nicht nur Kaffee getrunken und Kuchen gegessen werden. Michael Schmoldt und sein Team planen rasante Aktionen zu den Terminen. Was genau, will er noch nicht verraten. Dafür aber den Namen des Cafés: „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“. Dreimal in diesem Jahr – Juni, Juli und August – soll es jeweils an einem Samstag im Monat im Stadtpark aufgebaut werden.
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