Hückeswagen: Pflitsch hat wieder Oberwasser
VON BRIGITTE NEUSCHÄFER - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Hückeswagen (RPO). Die Talfahrt ist beendet, es geht aufwärts im mittelständischen Familienunternehmen Pflitsch. Die Kurzarbeit ist seit Jahresbeginn ausgesetzt. Die jetzt wieder bessere Auftragslage macht's möglich.
Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat imVorjahr mit voller Wucht auch den Hersteller von elektrotechnischen Komponenten mit Sitz an der Wupper getroffen. Anfang 2009 trennte sich Pflitsch von zehn Prozent seiner Mitarbeiter. Nach den rund 20 Entlassungen folgte für die komplette Belegschaft Kurzarbeit mit entsprechenden Einkommenseinbußen. Sie verhinderte weitere Kündigungen.
Das neue Jahr hat nun die Wende gebracht. Seit Anfang Januar wird im Unternehmen mit noch rund 190 Mitarbeitern wieder normal gearbeitet. "Die Auftragslage hat sich stabilisiert", sagte am Freitag der geschäftsführende Gesellschafter Harald Pflitsch im Pressegespräch.
Kunden-Nachfrage steigt wieder
Zwar sind die Zeichen positiv, Pflitsch agiert jedoch vorsichtig-zurückhaltend: "Die Aussetzung der Kurzarbeit ist zunächst bis zum 31. März 2010 befristet", sagt Personalchef Dr. Hans Marenbach.
Er sei "verhalten optimistisch", dass sich die Auftragslage weiter stabil entwickelt und Kurzarbeit auch über den März hinaus nicht erneut zum Thema im Unternehmen werde. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau, für den Pflitsch ein Zulieferer ist, sieht Marenbach eine "erkennbare Belebung". Im Herbst bei den Kunden noch vorhandene Lagerbestände seien weitgehend abgebaut, der Maschinen- und Anlagenbau brauche Nachschub. Pflitsch liefert ihn. Für "grundsätzliche Entwarnung" sei es aber noch zu früh.
Sicher ist für die Firmenleitung, dass das Rekordniveau von 2008 mit damals 30 Millionen Umsatz auch nach der neuerlichen Erholung 2010 nicht erreicht werden kann. Ziel ist ein Umsatzniveau wie 2004, so gibt Marenbach vor – "bei ordentlicher Ertragslage, also Rendite", ergänzt Firmenchef Harald Pflitsch. Das "Personalvolumen" gebe eigentlich mehr her, ist er überzeugt. Es gebe da noch eine "Mitarbeiter-Reserve, die wir bewusst halten, weil wir sie brauchen, wenn die Zeiten wieder besser werden". Heißt: Weitere Entlassungen mit dem Ziel einer Kostensenkung zur gleichzeitigen Renditesteigerung sind derzeit kein Thema.
Fortbildung und Innovation
Durch Kurzarbeit frei werdende Arbeitszeit-Kapazitäten hat das Unternehmen, wie zuvor angekündigt, für die Fortbildung der Mitarbeiter aus allen Bereichen genutzt. Das wurde intern mit hauseigenen Kräften gestemmt. Bilanz des Chefs: "Das hat das Unternehmen transparenter gemacht und die Kollegialität noch gesteigert. Wir haben aus der Malaise das Beste gemacht!" Auch bei Innovationen habe es keinen Stopp gegeben. Pflitsch: "Wir habe neue, sehr interessante Projekte entwickelt." Bei der Hannover Messe im April sollen sie präsentiert werden.
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