Hückeswagen: Polizei im Großaufgebot – das bringt’s
VON BRIGITTE NEUSCHÄFER - zuletzt aktualisiert: 22.12.2006Hückeswagen (RPO). 18 Uhr am Donnerstag: Sechs Polizeibeamte stehen in der Bushaltebucht vor dem Krieger-Denkmal, einer winkt mit der roten Kelle Autofahrer von der noch stark befahrenen Bundesstraße.
In Zweier-Teams gehen die Beamten routiniert und schnell zur Sache: Überprüfung der Papiere, mit der Taschenlampe das Wageninnere ausleuchten, Blick in den Kofferraum – das war’s, gute Weiterfahrt, schöne Feiertage. . . In der nächsten Stunde wird sich nichts tun, was die Routine sprengt. Nur ein Mopedfahrer muss sein Fahrzeug erst mal stehen lassen und zu Fuß das in mehreren dicken Stoffbeuteln am Lenker hängende Leergut wegbringen. „Ist doch kein Packesel so ein Moped“, kommentiert einer der Polizisten.
Wozu das Großaufgebot an Polizei noch im Berufsverkehr? Polizeioberrat Uwe Pasternak, Leiter der Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz bei der Kreispolizeibehörde, gibt die Antwort: In diesen Tagen machen sich nicht wenige nach der Weihnachtsfeier in der Firma angetrunken oder auch volltrunken im Auto auf den Heimweg. Auch die „reisenden“ Einbrecher sind jetzt verstärkt unterwegs – deshalb der Blick ins Wageninnere und in den Kofferraum. Es könnte Diebesgut drin sein.
„Wir wollen durch starke Präsenz auf den Straßen verhindern, dass die dunkle Jahreszeit zum Frühling für Straftäter wird“, unterstrich gestern Abend Landrat Hagen Jobi, der in seiner Funktion als Chef der Kreispolizeibehörde zum Einsatzort gekommen war. In diesem Punkt kann er auf Erfolge verweisen: Die Zahl der Einbrüche und Diebstähle rund ums Auto ist im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um über 30 Prozent zurückgegangen.
Uwe Pasternak führt das durchaus auch auf die Schwerpunkt-Kontrollen zurück, die schon seit einigen Wochen im gesamten Kreisgebiet laufen. 2100 Autofahrer wurden überprüft, in rund einem Drittel der Fälle waren Anzeigen oder Verwarngelder fällig. Das massive Auftreten von Polizei – übrigens auch von Beamten in Zivil – spricht sich rum. Pasternak: „Wo viel Polizei zur richtigen Zeit zur Stelle ist, hat das Folgen.“
Nur die Alkoholsünder sind unbelehrbar. 50 von ihnen wurden im Dezember bei den Schwerpunkt-Kontrollen erwischt, die Dunkelziffer ist ungleich höher. Zwischen 18 und 19 Uhr an diesem Donnerstagabend an der Bahnhofstraße wird nur eine Frau gebeten, ins Gerät zu pusten: Es zeigt 0,0 Promille an – „gute Weiterfahrt!“ Hagen Jobi kündigte es bereits gestern an: „Wir kontrollieren weiter, das sollten Kraftfahrer schon jetzt mit Blick auf Karneval im Hinterkopf haben.“
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