Hückeswagen: Polizeidirektor betrunken auf der A 4 unterwegs?
zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Hückeswagen (RP). Der zweithöchste Polizist im Oberbergischen Kreis, Polizeidirektor Robert Freund, steht unter dem Verdacht, in der Nacht zum vorigen Freitag betrunken Auto gefahren zu sein und auf der A 4 einen Unfall verursacht zu haben.
Kollegen der Autobahnpolizei hatten Freund gegen 4.30 Uhr zwischen den Anschlussstellen Engelskirchen und Bielstein leicht verletzt als Fußgänger angetroffen. Ein beschädigter Privatwagen stand einige hundert Meter entfernt im Bereich der Anschlussstelle Bielstein.
Ob der Polizeidirektor – bei der Kreispolizeibehörde in Gummersbach Direktionsleiter Gefahrenabwehr/Einsatz – das Auto selbst gefahren hat, steht noch nicht fest. Die Beamten der Autobahnpolizei ordneten jedenfalls nach einem Alkoholtest eine Blutprobe an und stellten Freunds Führerschein sowie den Unfallwagen sicher.
Die weiter gehenden Ermittlungen hat das für die Autobahn zuständige Verkehrskommissariat in Köln übernommen, wie Landrat Hagen Jobi gestern bestätigte. In seiner Funktion an der Spitze der Kreisverwaltung ist Jobi zugleich Chef der Kreispolizeibehörde. Er kündigte an, "routinemäßig ein Disziplinarverfahren" gegen Freund einzuleiten. Das läuft parallel zum Strafverfahren wegen der dem Polizeidirektor zur Last gelegten Trunkenheitsfahrt. Inzwischen wurde bekannt, dass Robert Freund am Freitag mit 1,6 Promille im Blut unterwegs gewesen sein soll. Dieser Wert liegt deutlich über der Grenze zur absoluten Fahruntauglichkeit. Im Dienst war der Beamte zum Unfallzeitpunkt nicht.
Robert Freund ist seit 2009 bei der Polizei in Oberberg. Zuvor war der heute 55-Jährige mit Führungsaufgaben beim Kölner Polizeipräsidenten betraut. Freund ist laut Hagen Jobi wegen der bei dem Unfall erlittenen Verletzungen derzeit dienstunfähig.
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