Hückeswagen: Postagentur zieht Kunden an
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 27.10.2009Hückeswagen (RPO). Im August hat Sebastian Düssel die Postagentur am Etapler Platz neu eröffnet. Mit der Kundenresonanz ist der 27-Jährige zufrieden, überzeugen will er mit Kontinuität. Einzige Neuerung: Er schaffte die Mittagspause ab.
Seit knapp drei Monaten leitet Sebastian Düssel die Postagentur am Etapler Platz, doch sein Büro ist noch nicht fertig: "Da waren andere Sachen einfach wichtiger", sagt der 27-Jährige, der als Geschäftsführer nicht nur die Abrechnungen und den Einkauf übernimmt, sondern auch selbst hinter dem Postschalter steht. "Ich will das Vertrauen der Kunden gewinnen", betont er.
Viel Ärger hatte es um die Postagentur im Zentrum gegeben: Im Juni war sie von einem Tag auf den anderen geschlossen worden, nachdem der damalige Geschäftsinhaber Jürgen Mews Insolvenz angemeldet hatte (die BM berichtete).
Erfahrung mit dem Postvertrieb
Die Geschäftsräume standen wochenlang leer, erst Anfang August wurde ein neuer Pächter gefunden: Sebastian Düssel. Sein Vater betreibt bereits eine Postfiliale in Lüttringhausen, Erfahrung von dort bringt der Filius mit. Denn der gelernte Speditionskaufmann absolvierte eine Lehre als Postvertriebskaufmann und arbeitete seit 2005 im väterlichen Betrieb mit. Als dann die Möglichkeit bestand, in der Schloss-Stadt eine eigene Filiale zu eröffnen, nutzte Düssel die Chance.
Die Anfangszeit in Hückeswagen sei gut verlaufen: "Die Resonanz ist positiv", sagt der Geschäftsführer. Weniger zufrieden ist er allerdings mit den Bank-Geschäften seiner Filiale: "Einige Kunden haben ihre Konten aufgelöst, als der Laden leer stand. Es war ja kein Ansprechpartner mehr da." Jetzt seien Geldauszahlungen oder das Einrichten von Sparbüchern wieder möglich. Depot-Eröffnungen oder das Anlegen von Festgeld bleibt hingegen Postfilial-Centern wie dem in Wipperfürth vorbehalten.
Zu schaffen macht dem jungen Mann die Wirtschaftskrise: "20 Prozent Umsatzeinbuße sind derzeit normal", klagt er. "Die Postgeschäfte decken nur die Kosten, der Gewinn muss aus dem Sortiment der Filiale kommen."
Seine Kunden will Sebastian Düssel mit Kontinuität überzeugen. Die Angestellten hat er übernommen, auch das im Shop angebotene Sortiment blieb gegenüber dem seines Vorgängers gleich: Schreibwaren, Geschenkartikel, Bürobedarf, Glückwunschkarten und Druckerpatronen. Einzige Neuheit: Das Angebot wurde um Batterien erweitert. Auch einen Farbkopierer gibt es wieder.
Veränderungen hat es bei den Öffnungszeiten gegeben: "Eine Mittagpause haben wir nicht", betont Düssel. Auch die früher geltende Regelung, dass der Laden mittwochnachmittags schließt, hat er abgeschafft. Vor allem Geschäftskunden will er mit diesem Konzept in den Laden locken. "Leider werden die verlängerten Öffnungszeiten noch nicht so gut angenommen", bedauert der 27-Jährige.
Nun will er erst einmal bis Ende des Jahres abwarten, dann gegebenenfalls noch einmal über eine Mittagspause nachdenken. Jetzt steht aber erst einmal das Weihnachtsgeschäft an – und da wollen Düssel und sein Team ganztägig für die Kunden da sein.
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