Hückeswagen: Rehe in den Gärten und auf dem Friedhof
zuletzt aktualisiert: 18.02.2010Hückeswagen (RPO). Einige von denen, die in den zurückliegenden Wochen bei Johannes Meier-Frankenfeld angerufen haben, klangen besorgt: Nahe an ihren Gärten oder sogar mitten drin hatten sie Rehe auf der Suche nach Nahrung entdeckt. Ihre Frage: Sind die Tiere krank, wenn sie ihre Scheu vor dem Menschen verlieren und so nah ans Haus kommen? Johannes Meier-Frankenfeld, Vorsitzender der Hückeswagener Jägerschaft, kann beruhigen: Die Tiere sind nicht krank – die Not bei der Futtersuche im tiefen Winter treibt sie vor allem in den Ortsrandlagen bis in die Gärten hinein.
Ohnehin sind Rehe so genannte Kulturfolger, sie meiden die Nähe von Menschen also mitnichten so stark, wie viele annehmen. Der anhaltend harte Winter mit hohen Schneedecken in der Landschaft treibt sie auf der Futtersuche zusätzlich in besiedelte Bereiche. Und auch auf den Hückeswagener Friedhof, auf dem es, bedingt durch die Bepflanzung, eigentlich ganzjährig etwas zu fressen gibt.
Für die dabei entstehenden Schäden können die Jäger bzw. Revierpächter nicht haftbar gemacht werden: Nach dem Gesetz ist lebendes Wild "herrenlos". Erst das tote Tier wird zum Eigentum des Pächters, in dessen Revier es verendet liegt. Dennoch sind die Jäger bemüht, Schäden durch Rehwild vorbeugend zu verhindern. Meier-Frankenfeld: "Wir versuchen, in diesen Tagen dem Wild genügend Nahrung zur Verfügung zu stellen – durch Wildäcker und Futterkrippen im Wald." Das Grünfutter auf den Wildäckern sei aber durch den Schnee unerreichbar geworden.
Die Jäger dürfen laut Gesetz ausschließlich Heu und Silage füttern, beides schmeckt Rehen nicht besonders. Kraftfutter für die Wildfütterung hat die Landesregierung bereits vor Jahren verboten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



