Hückeswagen: Retter üben auf und unter Eis
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 14.02.2012Hückeswagen (RP). Durch die lang anhaltende Kälte hat sich auf der Bever-Talsperre eine dicke Eiskruste gebildet. Das nutzten jetzt die Einsatztaucher der DLRG Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen für eine Eisrettungsübung.
Bis zu 20 Zentimeter dick ist die Eisdecke auf der Bever bereits. Damit wäre sie eigentlich tragfähig. Dennoch ist die Gefahr immer noch groß, einzubrechen. "Denn an vielen Stellen ist die Decke noch zu dünn", berichtet Carina Teckentrup, Pressesprecherin der DLRG-Ortsgruppe Hückeswagen. Durch das Absinken des Wasserstands der Talsperre kann es nämlich zu gefährlichen Luftblasen unter dem Eis kommen. Davor hat auch schon der Wupperverband gewarnt (die BM) berichtete. "Das Eis ist dann durch die starke Spannung sehr brüchig", warnt Carina Teckentrup.
DLRG rät vom Schlittschuhlaufen auf der Bever ab
Zwar rät die DLRG (wie der Wupperverband) von Spaziergängen oder dem Schlittschuhlaufen auf der Bever ab. Dennoch wurden bereits Leute auf dem Eis gesichtet. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, übten jetzt die Einsatztaucher der drei Ortsgruppen Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen. Dabei tauchten sie – an langen Seilen gesichert – unter der Eisdecke. Sie übten zudem die Rettung eines Eingebrochenen mit einer Schleifkorbtrage. Darauf robbte sich ein Lebensretter bis an das Eisloch, in dem das "Opfer" feststeckte. Das wurde von einem Kollegen dargestellt, der dank eines Neoprenanzugs vor dem eiskalten Wasser geschützt war.
Erste Hilfe auf dem Eis
Notruf absetzen (Tel. 112), q auf der Eisfläche das Gewicht größtmöglich verteilen (etwa auf dem Bauch liegend), q Sicherheitsabstand zur Einbruchstelle halten, q Hilfsmittel (Ast, Leiter, Schlitten, Seil, Schal) verwenden, um den Verunglückten zu erreichen q mit mehreren Personen, auf dem Bauch liegend, eine Rettungskette bilden,
nach der Rettung aus dem Eis muss der Patient in einem beheizten Raum langsam aufgewärmt werden und sich in ärztliche Behandlung begeben.
Die Rettungsschwimmer der DLRG leisten in den Wintermonaten zirka 500 Dienststunden an der Bever und kennen daher die Tücken der eisigen Idylle. "Grundsätzlich sollten sich ambitionierte Wintersportler nie alleine auf das Eis wagen und auf Warnungen in lokalen und regionalen Medien achten", rät die Sprecherin.
Das Eis sendet Signale aus, die jeder erkennen sollte. Dunkle Stellen verraten zum Beispiel: Das Eis ist noch viel zu dünn. Hier besteht Gefahr, einzubrechen. "Wenn das Eis knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen, und dann in Bauchlage zurück in Richtung Ufer bewegen", beschreibt Carina Teckentrup einen möglichen Rettungsweg.
Im Notfall sei schnelle Hilfe geboten (s. Info). "Der Verunglückte kann binnen Minuten unterkühlen, dann besteht Lebensgefahr."
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