Hückeswagen: Sanitäter zum Ausleihen
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012Hückeswagen (RP). Der vor zwei Jahren gegründete Deutsche Rettungsverein hat jetzt seinen Sitz von Wuppertal nach Hückeswagen verlegt. Die BM sprach mit Präsident Bernd Braun über Ziele und Aufgaben des gemeinnützigen Vereins.
Als wäre eine Grippe nicht schon lästig genug, kommt sie manchmal auch noch zur völlig falschen Zeit. Zum Beispiel am Wochenende oder an Feiertagen. Und wenn dann noch eine Apotheke etwa in Radevormwald-Dahlerau Notdienst hat, dauert's lange, bis die Arznei besorgt ist. Und was tun diejenigen, die kein Auto haben? Hier will der Deutsche Rettungsverein Abhilfe schaffen. "Wir wollen einen Medikamenten-Notdienst einführen", sagt Bernd Braun.
Der 36-jährige Rettungsassistent und allein erziehende Vater ist der Präsident des 2010 in Wuppertal gegründeten Vereins. "Gerade in den ländlichen Bereichen hat nicht jeder die Chance, zur Notdienst-Apotheke zu kommen", hat Braun festgestellt.
Der Verein
Abdeckung Oberbergischer Kreis, Wuppertal, Remscheid und Solingen Sitz Hückeswagen, Max-Bruch-Straße 2 Ortsverbände Bergisch Land (Hückeswagen) und Cuxhaven 24-Stunden-Leitstelle Tel. 0800 3320331 (kostenfrei) Kontakt Tel. 9361403 oder Mail an info@d-r-v.de Internet www.d-r-v.de
Neugründung aus Unzufriedenheit
Zurzeit hat der Deutsche Rettungsverein 18 aktive und 15 Fördermitglieder. Allesamt sind laut Braun im Rettungswesen tätig – als Ersthelfer, Rettungsassistenten oder -sanitäter. Die Gründungsmitglieder waren zuvor in anderen Hilfsorganisationen ehrenamtlich tätig, doch sie waren dort unzufrieden: "Es wurde zu viel Geld etwa für die Bürokratie ausgegeben", erläutert der 36-Jährige einen Grund, warum er mit Mitstreitern den Deutschen Rettungsverein gründete. Zwar sei er pro forma Präsident, weil ein Verein nunmal einen Vorsitzenden brauche. "Die Entscheidungen treffen wir aber im Team", versichert Braun, der 17 Jahre im Rettungsdienst gearbeitet hat.
Erst vor kurzem ist der Verein ins Neubaugebiet "Weierbachblick" umgezogen, wo er das Haus Max-Bruch-Straße 2 gemietet hat. "Zum Umzug kam es, weil wir den Standort Hückeswagen für unsere Zwecke besser fanden", sagt der Präsident. Von der Schloss-Stadt aus könne das gesamte Bergische Land und das Rheinland innerhalb kürzester Zeit angefahren werden.
Der Verein finanziert sich in erster Linie über Spenden und Fördermittel. "Wir haben vier Hauptsponsoren", berichtet Braun. Einer davon habe dem Rettungsverein im vorigen Jahr ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Zudem ist der Medikamenten-Notdienst nicht umsonst: "Wir nehmen aber nur maximal einen Euro pro Fahrt als Spritgeld", sagt der Rettungsassistent. Wer möchte, könne aber auch Fördermitglied werden.
Schnelle Hilfe im Ernstfall
Der Verein hat sich noch eine Reihe weitere Aufgaben gestellt. Dazu gehören unter anderem die medizinische Betreuung bei Veranstaltungen und Erste Hilfe. Auch bietet er seine Mitglieder als Sanitäter in Unternehmen (etwa als Urlaubsaushilfe) oder auf Großbaustellen an. "Sollte dort mal etwas passieren, ist direkt ein Sanitäter vor Ort, der schon die ersten Maßnahmen einleiten kann", sagt Bernd Braun.
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