Hückeswagen: Schweinegrippe – Tipps vom Hausarzt
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 25.07.2009Hückeswagen (RPO). Die Schweinegrippe rückt immer näher: Fall Nr. sechs im Oberbergischen Kreis wurde am Donnerstagabend bekannt. "Eine 22-jährige Frau aus Wipperfürth hatte sich am 14. Juli in ihrem Spanien-Urlaub mit dem Virus A/H1N1 angesteckt", bestätigte gestern Kreis-Sprecherin Angela Altz. Eine Woche später, als sie sich bei ihrem Hausarzt meldete, war sie zwar wieder genesen.
"Aber der Labortest hat ergeben, dass sie das Virus gehabt hat", sagte Angela Altz. Nicht zuletzt wegen dieses Falls glaubt Dr. Stephan Lode, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch der erste Hückeswagener an der Neuen Grippe erkranken wird. Der örtliche Ärzte-Sprecher gibt Verhaltenstipps, wie die Ansteckungsgefahr gesenkt werden kann.
"Besonders gefährdet sind Chemotherapie-Patienten, Schwangere, Säuglinge bis sechs Monate, Mitarbeiter von Gemeinschaftseinrichtungen und chronisch Kranke", listet Lode auf. Eltern sollten besonders auf Kinder achten, die zu Beginn der kommenden Schulzeit Fieber haben – denn das Virus könne sich rasch verbreiten. Umgehend zum Arzt sollten nach Mitteilung Lodes Patienten mit einem "berechtigten Verdacht": Das sind Menschen mit Fieber, die zudem entweder einen Auslandsaufenthalt hinter sich haben oder in den zurückliegenden sieben Tagen Kontakt mit bestätigten Schweinegrippe-Erkrankten hatten. Der Ärzte-Sprecher: "Auf jeden Fall vorher beim Arzt anrufen, wenn der Verdacht besteht." So könnte man das Wartezimmer von anderen Patienten frei halten, um eine Ansteckung zu verhindern.
Bei einem berechtigten Verdacht wird dem Patienten je ein Abstrich aus dem Mund- und dem Nasenraum genommen; Kosten dafür entstehen ihm nicht. "Für besonders Besorgte, bei denen kein solcher Verdacht besteht, hält jeder Arzt einen Schnelltest bereit", sagte Lode. Dabei wird nur eine Probe aus der Nase entnommen. Er kostet 22,12 Euro.
Da die Deutschen ein sehr reisefreudiges Volk seien, sei es nicht verwunderlich, dass sich so viele derzeit im Urlaub anstecken, meint Lode. Allerdings: "Etwa 60 Prozent der in Deutschland Erkrankten stecken sich hier an."
Hotline Tel. 02261 887766 (Kreisgesundheitsamt, Mo. bis Fr., 8 bis 16 Uhr).
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



