Kommentar: Seelsorge bleibt auf der Strecke
zuletzt aktualisiert: 10.02.2011Kommentar (RPO). Gemeinde lebt von Seelsorge. Und die braucht die Nähe zu den Menschen. Doch die ist im Pfarrverband gestört. Zwei Pfarrer, ein Kaplan und ein Diakon für mehr als 10 000 Gläubige in zwei Städten – das ist wenig. Und jetzt hat sich auch noch ein Pfarrer verabschiedet. Dass die Seelsorge im Pfarrverband nicht gut läuft, ist nicht allein die Schuld der Verantwortlichen hier. Das Erzbistum will aus wirtschaftlichen Aspekten die XXL-Pfarreien. Finanziell mögen die Fusionen ein notwendiger Schritt sein – die Seelsorge und damit die Nähe zu den Menschen bleiben jedoch auf der Strecke. Die Pfarrer werden von Seelsorgern, die sie doch in erster Linie sein müssten, zu Verwaltungsbeamten, die ein "Großunternehmen" zu führen haben. Richtig problematisch wird das, wenn sie sich in genau dieser Rolle des Verwalters und Bürokraten ein- und ihr priesterliches Selbstverständnis darauf ausrichten. Dass das Erzbistum die Fusionen zurücknimmt, ist so unwahrscheinlich wie das überfällige Ende des Zölibats. Dass Geistliche ihr Selbstverständnis überdenken, bleibt immerhin als Hoffnung. büba
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