Hückeswagen: Service: Babys begrüßen, Eltern helfen
zuletzt aktualisiert: 20.01.2010Hückeswagen (RPO). Geduldig und mit stoischer Ruhe schaut Josh, auf dem Arm von Mutter Pia Greffin sitzend, in die versammelte Runde im großen Sitzungsraum des Kreishauses in Gummersbach. Erst vier Monate ist der kleine Hückeswagener alt. Und vielleicht wird er sich viele Jahre später einmal beim Anschauen von Fotos fragen, warum damals, im Januar 2010, so ein Aufhebens um ihn gemacht worden ist. Wegen Josh und seinen Altersgenossen sind nämlich an diesem Tag nicht nur Eltern von Neugeborenen, sondern auch fast alle Bürgermeister der Städte und Gemeinden des Oberbergischen Kreises zusammengekommen, die den so genannten Babybegrüßungsdienst anbieten. Hinzu gesellen sich Vertreter der Kreisverwaltung wie Landrat Hagen Jobi sowie der Geschäftsführer des Kreis-DRK, Rolf Braun. Die Wichtigste in der Runde – abgesehen von den Neugeborenen – war jedoch Ulrike Helle. Sie ist Projektleiterin des neuen "Babybegrüßungsdienstes".
Begleitbuch für Eltern
Der Oberbergische Kreis hat gemeinsam mit den sechs kreisangehörigen Kommunen ohne eigenes Jugendamt, unter ihnen auch Hückeswagen, einen Service ins Leben gerufen, der vereinzelt auf kommunaler Ebene schon geleistet wird; in der Schloss-Stadt gibt's diesen Dienst bereits seit zweieinhalb Jahren. Grundgedanke ist es, frisch gebackene Eltern mit allen wichtigen Informationen zu versorgen, die sie in dieser Lebensphase benötigen. "Das Kernstück ist dabei ein Elternbegleitbuch, das für jede einzelne Gemeinde in übersichtlicher und strukturierter Form wertvolle Tipps und Hinweise enthält", erläuterte Heinz Thelen, der Leiter des Kreisjugendamtes. Darin werden beispielsweise Fragen beantwortet, was bei einem erstmaligen Kinderarztbesuch alles zu beachten ist oder wie in Zukunft die Auszahlung des Kindergeldes erfolgt.
DRK sucht die Familien auf
Damit dieser Ordner zusammen mit einem oberbergischen Bilderbuch, einem Stofftier und einem schönen flauschigen Handtuch auch zu den Eltern gelangt, organisiert das Deutsche Rote Kreuz eine Art Besuchsdienst. "Wir haben in jeder Kommune drei bis fünf Helfer, die die Eltern aufsuchen", erläuterte Braun. Auch das Image des Kreisjugendamtes soll mit diesem Service ein weinig aufpoliert werden. "Wir sind nicht nur eine Eingriffsbehörde, sondern bieten auch viele Hilfen an", stellte Sozialdezernent Dr. Jorg Nürmberger klar.
Pia Greffin freute sich jedenfalls sehr über das Begrüßungspaket. Allerdings zählt die Hückeswagenerin zu den Eltern, die nicht so sehr auf dieses neue Angebot angewiesen sind. "Fast alle Informationen, die hier in dem Buch stehen, habe ich mir vorher bereits im Internet geholt oder habe das Wissenswerte durch Gespräche mit anderen Eltern erfahren", berichte sie. Landrat Hagen Jobi machte daher auch deutlich: "Die Annahme dieses Angebots ist freiwillig, keiner muss diesen Service in Anspruch nehmen. Wir möchten, dass der Oberbergischen Kreis ein kinderfreundlichen Landkreis ist."
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