Hückeswagen: SGV: Politik muss eingreifen
VON BRIGITTE NEUSCHÄFER - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012Hückeswagen (RP). Die öffentliche Kritik an den Planern des Wanderwegs Bergischer Panoramasteig wird immer lauter. Nun fordert der Vorsitzende des Sauerländischen Gebirgsvereins in Hückeswagen, Norbert Bangert, die Politik zum Handeln auf.
Den Vorsitzenden des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) in Hückeswagen, Norbert Bangert, treibt eine große Sorge um: "Ich habe starke Befürchtungen, dass das bislang sehr gute Verhältnis von Landwirten und Wanderern in Hückeswagen und in der Region zerrüttet wird." Im Hintergrund dieser Sorge steht die immer lauter werdende Kritik an den Planern des Fernwanderwegs "Bergischer Panoramasteig" (die BM berichtete). Dieser naturnah angelegte Weg wird in großen Teilen über Land in Privateigentum führen, vorwiegend über landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Abstimmung und die gesamte Kommunikation zwischen Planern und betroffenen Grundeigentümern war bislang miserabel.
Die Rolle des SGV
Wegezeichnung Nur der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) ist berechtigt – aber auch verpflichtet – zur Wegezeichnung, also zur Markierung der Wanderwege. Wegezeichen müssen von der Bezirksregierung genehmigt werden. Über 80 ehrenamtliche Wegezeichner sind im Bezirk aktiv.
Wegenetz Im Bergischen Land unterhält der SGV ein Wegenetz von rund 8000 Kilometern Länge.
"Wollen einfach nur wandern"
Aber die Planer von der gemeinnützigen Projektgesellschaft "Das Bergische gGmbH" und auch der beteiligte Sauerländische Gebirgsverein (SGV-Hauptverband) sitzen weit weg. Den Ärger bekommen die Mitglieder des SGV vor Ort, also auch in Hückeswagen, zu spüren. "Wir haben aber mit der Planung nichts zu tun, unsere Mitglieder wollen einfach nur wandern": Das stellte der Vorsitzende Bangert gestern im Pressegespräch klar.
Zwar hat er wegen des ganzen Theaters inzwischen seinen Rückzug vom Ehrenamt im nächsten Jahr angekündigt – bis dahin fühlt er sich als Chef der örtlichen SGV-Abteilung aber verantwortlich dafür, "Schaden von unserem Verein abzuwenden". Bangert fordert nun die Kommunalpolitiker auf, sich der Sache anzunehmen. "Aus meiner Sicht sollte die Politik den Gordischen Knoten lösen, indem sie einen Runden Tisch einberuft und moderiert, an dem alle offenen Fragen einvernehmlich geklärt werden können", sagt der 43-Jährige.
Die verantwortliche Projektgesellschaft "Das Bergische gGmbh" mit ihren diversen Kooperationspartnern (s. auch Bericht unten) ist für den Hückeswagener ein "monströses bürokratisches Konstrukt", das kaum noch einer durchschaue. Es sei Sache der Politik, "dieser Gesellschaft Beine zu machen und Kontrollfunktion darüber auszuüben". Schließlich gehe es auch um Millionen an Fördergeldern. Bangerts Fazit: "Bislang haben die Planungen und die Diskussionen darum überwiegend im stillen Kämmerlein stattgefunden, das muss sich ändern – mit Blick auf die Betroffenen und mit Blick auf die Verwendung öffentlicher Mittel."
Das Projekt an sich, also den Bergischen Panoramasteig, will Norbert Bangert nicht infrage stellen: Als SGV-Vorsitzender der Ortsabteilung begrüße er die Idee des neuen Fernwanderweges ausdrücklich. Aber: "Das ist ein Projekt von öffentlichem Interesse – aber es sieht so aus, als wolle niemand so richtig die Verantwortung dafür übernehmen." Es sei an der Zeit, dass sich die Politiker in den betroffenen Kommunen "einmischen ins Geschehen".
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