Hückeswagen: Sonderpädagogin hilft Kindern
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 17.10.2008Hückeswagen (RPO). Daniela Mankel hat eine besondere Aufgabe: Die 29-jährige kümmert sich an der Katholischen Grundschule um Kinder mit Problemen im sozialen, emotionalen oder sprachlichen Bereich. Die KGS ist eine Schwerpunktschule.
193 Jungen und Mädchen werden an der KGS unterrichtet. Darunter sind fünf Schüler in den Klassen eins bis drei, die einer besonderen Förderung bedürfen. Schließlich ist die KGS seit dem 1. Januar 2007 eine Schwerpunktschule. Im offiziellen Behörden-Sprachgebrauch bedeutet das: Kinder mit Behinderung nehmen dort am so genannten Gemeinsamen Unterricht (GU) teil und werden durch eine Sonderpädagogin zusätzlich gefördert. Franziska Gerding betont jedoch, dass keines der fünf Kinder geistig oder körperlich behindert ist. „Es sind Schüler, die am ganz normalen Unterricht teilnehmen können, aber eine Sprachförderung oder eine Förderung ihrer emotionalen und sozialen Fähigkeiten brauchen“, erläutert sie.
Umgemeldet
Zum Schuljahresstart kam ein Kind in die erste Klasse der KGS, das zuvor an einer anderen Grundschule angemeldet worden war. Eine Überprüfung im Kindergarten hatte jedoch ergeben, dass dieses Kind speziell gefördert werden muss. Weil der Besuch einer Förderschule nicht ratsam war, kam das i-Dötzchen zur KGS.
Kontakt Tel. 2344 (Gerding)
Nachdem bis Ende Januar Sonderpädagoginnen aus anderen Schulen an der KGS ausgeholfen hatten, hat die Schule seit dem 1. Februar eine eigene. 21 Stunden in der Woche ist Daniela Mankel an der Kölner Straße, sieben weitere an einer Schule in Radevormwald. Die Wuppertalerin arbeitet – zusammen mit der Lehrerin – im Unterricht mit und kümmert sich um die Kinder mit den Handicaps.
„Ich nehme dann eine Fördergruppe heraus“, erzählt die 29-Jährige. Das heißt: Das Kind, das die Förderung braucht, wird zusammen mit drei, vier anderen von ihr unterrichtet. Das kann im Klassenraum sein oder die Bücherei, wo Daniela Mankel einen eigens eingerichteten Unterrichtsbereich mit Tafel und Gruppentisch hat.
Was sind das für Kinder, die diese spezielle Betreuung brauchen? „Diese Kinder sind etwa in der Sprachentwicklung nicht so weit wie Gleichaltrige“, erläutert die Sozialpädagogin. So können sie mitunter einzelne Laute nicht artikulieren oder stottern. Abhilfe sollen logopädische Übungen schaffen. Manche dieser Kinder sind emotional und sozial nicht ihrem Alter gemäß entwickelt. „Sie halten sich beispielsweise nicht an Regeln wie das Melden, können eigene Bedürfnisse nicht zurückstellen, und werden – weil der Unterricht vielleicht zu leicht für sie ist – unruhig, ungeduldig und dadurch unwillig“, schildert die Sonderpädagogin.
Dass die Kinder nicht „behindert“ sind, sondern lediglich in einigen Bereichen bestimmte Defizite haben, zeigt sich auch an den Noten: „Sie können in allen Fächern gut mitmachen“, versichert Franziska Gerding. „Zum Teil sind sie sogar besser als ihre Mitschüler.“ Die Schulleiterin tritt damit Befürchtungen einiger Eltern entgegen, ihr Sohn oder ihre Tochter könnte durch den Gemeinsamen Unterricht geschwächt, ihre Leistungen negativ beeinflusst werden. Franziska Gerding ist überzeugt, dass das Gegenteil der Fall ist: „Alle Kinder und auch wir Lehrer profitieren von der Sonderpädagogin an der Schule. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Kinder.“ Und Daniela Mankel hat festgestellt: „Die ,normalen’ Schüler in der Gruppe können zeigen, dass sie bereits etwas können. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein.“
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