Hückeswagen: Spenden-Party mit Radlern
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 15.08.2009Hückeswagen (RPO). Party und Polonaise trotz fast 200 Kilometern in den Beinen: Die prominenten Radler der "Tour der Hoffnung" feierten mit den Hückeswagenern auf dem Schlossplatz. Es kamen gut 2000 Euro an Spenden zusammen.
Wenn Weltmeister und Olympiasieger spontan zur Polonaise bitten, lassen sich die Schloss-Städter nicht lange bitten. Zusammen mit den Radlern der "Tour der Hoffnung" marschierten sie gestern auf dem Schlossplatz im Kreis, zur Musik der Schlagersänger Chris Bennett und Géraldine Olivier – spontane Party vor dem Schloss. Die rund 170 Radfahrer in ihren grünen Trikots hatten zwar an diesem Tag schon 46 und insgesamt seit Mittwoch schon fast 200 Kilometer in den Beinen, feierten aber trotzdem.
Die "Tour der Hoffnung" mit vielen Prominenten war am Mittwoch gestartet worden, morgen geht's auf die letzte Etappe von Bochum nach Gießen. "Da muss man schon trainiert sein, wenn man die 340 Kilometer in vier Tagen schaffen will", sagt Ex-Eiskunstläuferin Marina Kielmann mit der Nummer 28 auf dem Leibchen. Aber die Radler meisterten auch die steilen Straßen im Bergischen. "An einem Anstieg haben die Radler sogar gerufen: ,Wo ist die Party?', berichtete Kielmann, die wegen eines Ausfalls spontan ins Organisationsteam wechselte.
Die Tour
Vor 26 Jahren rief Fritz Lampert in Gießen die Radtour zugunsten krebs- und leukämiekranker Kinder ins Leben, bei der Prominente durch ganz Deutschland radeln und Spenden sammeln. Seit 1994 heißt sie "Tour der Hoffnung".
Seit 1983 sind mehr als 20 Millionen Euro für Kinderklinken zusammen gekommen. 2008 waren es 1,18 Millionen Euro.
Schirmherrin der Tour 2009 ist Biathletin Petra Behle.
Spendenkonto Nr. 241224, Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen, BLZ 340 513 50.
Hückeswagen sammelt weiter
Und die Party gab's am Schloss. Empfangen wurden die "Hoffnungsradler" von den Kindern der Arche- und Awo-Kindergärten. Sie hatten den Refrain des Liedes "Licht am Horizont" einstudiert und sangen es auf der Bühne gemeinsam mit Schlägersängerin Géraldine Olivier. Zeit für die Radler in den hoffnungsgrünen Trikots, mit zu schunkeln, zu klatschen und zu winken, bevor sie dann sogar tanzten und zur Polonaise animierten.
"Wir wollten auch ein bisschen was spenden, obwohl ein Kindergarten ja nie viel hat", sagte Angelika Vandenherz, Leiterin des Arche-Kindergartens. So überreichte sie dem Kapitän des Fahrerfeldes und Ex-Radprofi Klaus-Peter Thaler eine 40-Euro-Spende der Kinder. Bürgermeister Uwe Ufer übergab 2000 Euro, die bislang stadtweit zusammengekommen sind. "Aber wir sammeln weiter", versprach das Stadtoberhaupt.
Sogar Landrat Hagen Jobi hatte sich für die gute Sache aufs Rad geschwungen und fuhr gestern rund 15 Kilometer von Nümbrecht nach Engelskirchen mit – im Windschatten von Klaus-Peter Thaler, der sich vor ihn gesetzt hatte, wie Jobi berichtete. Er ergänzte: "Aber dann wurde der Thaler nicht mehr gesehen." Kein Wunder, dass der vierfache Radweltmeister dem Landrat davon fuhr: Hagen Jobi hatte statt eines modernen Rennrades nur sein Stadtrad. Spaß gemacht habe es trotzdem, beteuerte er.
Das gilt auch für den Fußballweltmeister von 1974, Josef Kapellmann. Er ist bei allen bislang 26 Touren der Hoffnung mitgefahren und dennoch nicht müde: "Wer auf der Sonnenseite im Leben steht, sollte auch etwas für die tun, denen es schlechter geht", sagt der Ex-Fußballprofi.
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