Hückeswagen: Streit um die „grüne Wand“
VON BRIGITTE NEUSCHÄFER - zuletzt aktualisiert: 18.08.2006Hückeswagen (RPO). Eine Lösung der Lärmschutz-Probleme am Kastanienweg schien gestern schon gefunden – da winkte einer der Anlieger ab. Jetzt bleibt abzuwarten, ob die Böschung zur B 237 hin als „grüner Schutzwall“ angepflanzt wird.
Eigentlich sollte es schon etwas leiser geworden sein am Kastanienweg, seit die B 237 eine Decke aus „Flüster-Asphalt“ bekommen hat. Es soll aber noch mehr getan werden, um die Anwohner stärker vor Lärm von der Bundesstraße her zu schützen. Vorschlag der Stadt, basierend auf Wünschen der Anlieger: Bepflanzung der Böschungskrone mit Sträuchern, die später zu einer dichten, immergrünen und mehrere Meter hohen Hecke zusammenwachsen.
Bei einer Bürgerversammlung gestern Abend im Schloss schien schon alles auf diese Lösung hinzulaufen, da stellte sich ein Anwohner quer: Er wolle keine „grüne Wand“ auf seinem Grundstück, stellte er klar. Tatsächlich ist die Böschungskrone im Privatbesitz der Anwohner, die Stadt braucht also deren Erlaubnis, um dort Sträucher anpflanzen zu können. Da nicht alle Anlieger gestern gekommen waren, ist es durchaus denkbar, dass auch andere die gestern von der Mehrheit gewünschte Anpflanzung nicht wollen. Das Problem: Eine Hecke mit Lücken darin stellt keinen wirksamen Lärmschutz für das Wohngebiet mehr dar.
Bürgermeister Uwe Ufer appellierte an die skeptischen Anwohner, sich im Interesse einer guten Nachbarschaft noch einmal zu überlegen, ob sie der Anpflanzung auf ihrem Grundstück nicht doch zustimmen wollen. Jeder Eigentümer am Kastanienweg, dessen Haus auf dem Gelände unmittelbar oberhalb der Bundesstraße steht, wird nun von der Stadt angeschrieben mit der Bitte, ihr das Betretungsrecht und die Pflanzgenehmigung zu erteilen. Wird dem zugestimmt, könnte die Stadt im Herbst mit der Pflanzung beginnen. Bis Weihnachten sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein. Den Anwohnern selbst entstehen keine Kosten. Die Pflege der „grünen Schallschutzmauer“ übernimmt später die Stadt.
Wird die Hecke tatsächlich angepflanzt, sollen vorher Lärmschutz-Messungen klären, wie laut es im Wohngebiet ohne die Sträucher ist. Im Frühjahr 2009, wenn die Pflanzen schon größer und dichter geworden sind, wird es eine weitere Messung geben. Die Differenz der gemessenen Werte ergibt dann, ob die Hecke auf der Böschung wirklich die erwünschte Wirkung gebracht hat. Dazu sollen sich dann auch die Anwohner nochmals äußern. Erst dann wird wieder darüber geredet, ob am Kastanienweg noch mehr geschehen muss, etwa beim passiven Lärmschutz durch Einbau neuer Fenster, oder ob endlich ein Schlusspunkt hinter das leidige Thema gesetzt werden kann.
Die große Mehrheit der gestern anwesenden Anlieger stimmte dieser vom Bürgermeister vorgeschlagenen Vorgehensweise zu.
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