Hückeswagen: Tiefenbohrung amortisiert sich schnell
zuletzt aktualisiert: 11.02.2011Hückeswagen (RPO). Die geologischen Bedingungen für die Geothermie in Hückeswagen sind günstig. Während in benachbarten Regionen, wie dem weiter westlich gelegenen Rhein-Tal, relativ neue Sedimentablagerungen vorherrschen, besteht im Bergischen der Untergrund überwiegend aus Fels. "Für uns ist es sehr wichtig, wie gut Erdwärme durch die vorhandenen Schichten geleitet wird", erklärt Diplom-Geologe Andreas Siemetzki.
Er ist Geschäftsführer der Firma R&S Grundwassertechnik mit Sitz im benachbarten Wermelskirchen. Das Hauptgeschäftsfeld seines Unternehmens sind Bohrungen zum Zweck geologischer Untersuchungen, aber mit zunehmenden Anteil auch zur Gewinnung von Erdwärme. Auch in Hückeswagen ist R&S tätig.
"Stellen Sie sich einen Eimer Sand vor und daneben einen kompakten Felsbrocken. Das Gestein leitet die Wärme besser", veranschaulicht Siemetzki. Zunächst wird eine Erdwärmesonde in eine Tiefe von bis zu 100 Metern eingebracht. Ein flüssiges Übertragungsmedium – ein kaltes Solegemisch – nimmt die Wärme aus dem Erdreich auf und führt sie in eine Wärmepumpe, die das Medium auf ein verwertbares höheres Temperaturniveau anhebt. Gebäude können so beheizt werden.
"In der Niederrheinischen Bucht müssen Sie schätzungsweise doppelt so tief bohren wie in Hückeswagen", schätzt Siemetzki. Dieses Modell für die Nutzung von erneuerbaren Energien rechnet sich. Die Amortisationszeit beträgt zwischen sechs und zehn Jahren und ist somit ein überschaubarer Zeitraum. Doch der Anteil der Bauherrn oder sanierungswilligen Eigentümer, die sich für die Geothermie entscheiden, ist relativ gering. Siemetzki schätzt diesen auf 15 Prozent, in 2010 war er geringer.
Gleich mehrere ungünstige Faktoren sorgten für eine Umsatzdelle. So wurden finanzielle Förderungen für Altbauten eingeschränkt und die für Neubauten gestrichen. "Außerdem hatte die Branche kurzfristig mit der Weltfinanzkrise zu kämpfen, parallel dazu sanken die Energiepreise", stellt Siemetzki fest.
Momentan entscheiden sich die Häuslebauer eher für eine Kombination aus Gasbrennwerttherme und Solaranlage. Doch der Anteil der Geothermie steige wieder über die 15-Prozent-Marke, ist Siemetzki überzeugt. (Ende der Serie)
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



