Hückeswagen: Ufers herbe Kritik – Jobis Konter
VON BRIGITTE NEUSCHÄFER - zuletzt aktualisiert: 14.03.2009Hückeswagen (RPO). Ein rauer Wind blies dem Leiter des Kreisjugendamtes, Heinz Thelen, vor nun gut einer Woche im Hückeswagener Sozialausschuss ins Gesicht. Es ging um das Thema Streetworker, der vom Kreisjugendamt nach Hückeswagen abgeordnet und vom Kreis auch bezahlt werden müsste. Bürgermeister Uwe Ufer hatte Thelen in der Sitzung unmissverständlich klar gemacht, was die Stadt erwartet: Eine Gegenleistung – in Person des Streetworkers – für die laut Ufer knapp vier Millionen Euro, die die Stadt an Umlage jährlich fürs Kreisjugendamt bezahlt. Politiker aller Fraktionen hatten sich dieser Forderung angeschlossen. Heinz Thelen hatte einen schweren Stand in der Sitzung.
Gestern hat der Kreis nun "zurückgeschlagen". "Hückeswagen ist Gewinner der Jugendamtsumlage": So lautet die Überschrift einer Pressemitteilung aus Gummersbach. Die von Ufer eingeforderte "Gegenleistung" erhalte die Stadt Hückeswagen bereits jetzt, heißt es darin. Mehr noch: Aus der Umlage investiere der Kreis mehr in die Stadt als diese einzahle. Landrat Hagen Jobi nennt konkrete Zahlen: Nicht vier, sondern 3,7 Millionen Euro werde Hückeswagen im laufenden Jahr an Umlage ans Kreisjugendamt bezahlen. Im gleichen Zeitraum stecke das Jugendamt aber 4,1 Millionen Euro in die Hückeswagener Jugendhilfe. Mithin investierte das Jugendamt 440 000 Euro mehr als die Stadt zahle – ohne Streetworker. "Statt das Jugendamt zu beschimpfen, sollte sich Herr Ufer lieber freuen, dass seine Stadt Gewinner der Jugendamtsumlage ist", empfiehlt der Landrat in der Mitteilung aus dem Kreishaus.
Und wofür werden die 4,1 Millionen Euro vom Kreis konkret ausgegeben? Antwort aus dem Kreishaus: "Den größten Teil (...) verschlingen die Aufwendungen für ,Hilfen zur Erziehung'." Die Summe allein dafür werde sich in 2009 auf etwa 2,5 Millionen Euro belaufen. Weitere 1,1 Millionen Euro fließen in die örtlichen Kindertagesstätten und die Förderung der Gruppen in der Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS). Auf 300 000 Euro belaufen sich laut Jobi die von der Stadt zu zahlenden anteiligen Aufwendungen für Personalkosten, Geschäfts- und Betriebskosten des Kreisjugendamtes. Blieben 200 000 Euro, "die im Wesentlichen für jugendpflegerische Maßnahmen und für Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz anfallen werden".
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