Hückeswagen: . . .und wieder ein Nackenschlag
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 13.02.2010Hückeswagen (RPO). Die Familie Fredericq von der Max-Bruch-Straße fühlt sich bestätigt: Der Gerichtsgutachter hat bescheinigt, dass es beim Hausbau gravierende Mängel gab. Neues Problem: Inzwischen hat die Baufirma Insolvenz angemeldet.
Die Straße im "Weierbachblick" ist gepflastert, das Häuschen und das ganze Umfeld im gepflegten Neubaugebiet sehen hübsch aus. Seit August 2008 wohnt die Familie Fredericq dort an der Max-Bruch-Straße. Eigentlich könnte alles so schön sein. Doch bei Michael Fredericq (31) und seiner Frau Ulrike Fredericq-Limperg (38) ist die Freude der Verzweiflung gewichen. Die ist in zwei großen Aktenordnern dokumentiert: Darin hat das Ehepaar, das vor eineinhalb Jahren mit seinen vier Kindern von Sprockhövel nach Hückeswagen gezogen war, die Korrespondenz mit der Nümbrechter Baufirma und den Anwälten, Gutachten und Berichte der BM über ihren Fall abgeheftet.
Feuchtigkeit überall von Anfang an
Rückblick: Kurz nach dem Einzug im August 2008 merkten die Fredericqs, dass etwas mit ihrem Neubau nicht stimmte. Jede Wand im Erdgeschoss war feucht. Die Baufirma schob den Schwarzen Peter mit dem Hinweis auf "mangelndes Lüften" in der Bauphase der Familie zu. Heute ist überall Schimmel an den feuchten Wänden. "Auf Dauer ist das gesundheitsschädlich", sagt Ulrike Fredericq-Limperg. Die ganze Familie klage über Dauerhusten, und bei ihrer ältesten Tochter Emely (7) und Dave (2), dem Kleinsten, sei die schon abgeklungene Neurodermitis neu aufgebrochen. Auch an den Händen der Mutter sind die Spuren der ständigen Schimmel-Bekämpfung nicht zu übersehen.
Gut 30 000 Euro würde der erste Schritt der Baumängel-Beseitigung kosten. Dazu müsste der Außenputz entfernt, ausgeschachtet und die Bodenplatte frei gelegt werden, um sie neu abzudichten. "Nach dem neuen Außenputz kämen dann die Arbeiten im Inneren an die Reihe", sagt Michael Fredericq.
Sein Arbeitgeber hat seit langem Kurzarbeit angemeldet. Seine Frau ist seit einem Arbeitsunfall im Juni arbeitsunfähig. Das Geld für die Haus-Sanierung hat die Familie nicht. Aktuell steht eine Heizkosten-Nachzahlung von rund 2000 Euro an. Von der Baufirma ist wenig zu erwarten. Selbst wenn das Gericht irgendwann ihr die Schuld für die Mängel zuweist. Denn am 29. Januar stellte die Inhaberin der Firma Insolvenz-Antrag. Auch wird es kaum möglich sein, den Architekten zur Verantwortung zu ziehen. Denn der – er ist der Ehemann der Firmeninhaberin – soll im Dezember aus der Architekten-Kammer ausgetreten sein. Noch kämpft die Familie um ihr Haus – "bis uns der Hahn zugedreht wird". Wie es weitergehen soll? "Hilfe kann nur noch von außen kommen": Bei Ulrike Fredericq-Limperg passt die Verzweiflung in sieben Wörter.
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