Hückeswagen: Viel Lob für Ufer und sein Zahlenwerk
VON BRIGITTE NEUSCHÄFER - zuletzt aktualisiert: 19.03.2009Hückeswagen (RPO). Uwe Ufer dürfte am Dienstagabend als glücklicher Bürgermeister nach Haus gegangen sein – im Gegensatz zu seinem Radevormwalder Amtskollegen Dr. Josef Kosten. Während nämlich der Rat der Nachbarstadt Korstens Haushalt überraschend die Zustimmung verweigerte, gab's in Hückeswagen zeitlich parallel dazu ein einstimmiges Votum für Ufers Zahlenwerk. Und überdies noch jede Menge Lob für den Bürgermeister und seine Mitarbeiter.
Damit sparte, anders als in Ufers Anfangsjahren in Hückeswagen, auch die CDU nicht. "Sehr solide aufgebaut" sei der Haushalt, unterstrich Fraktionschef Horst Schreiber. Und: "Wenn Hückeswagen von der Rezession nicht zu schlimm betroffen wird, sind wir auf einem sehr guten Weg." Mitverantwortlich dafür machte Schreiber das "Wir-Gefühl", das Uwe Ufer in der Stadt geschaffen habe: "Damit können wir noch vieles schaffen, und dafür möchten wir dem Bürgermeister unseren Dank aussprechen."
Ähnlich der Tenor in der Haushaltsrede des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Grasemann. Er bezeichnete es als "sehr bemerkenswert", dass die Jahresrechnung 2008 mit einer "schwarzen Null" abschließe und auch der Haushalt 2009 in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen sei. Grasemann verwies aber auch darauf, dass der Haushalt strukturell nicht ausgeglichen und ein Schuldenabbau auch im wirtschaftlich guten Jahr 2008 nicht möglich gewesen sei. Seine Forderung: Kreis, Land und Bund müssten die Kommunen finanziell stärker entlasten bzw. ihnen mehr Mittel zur Verfügung stellen.
"Auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel": Das war das Fazit von Jörg von Polheim (FDP). "Nicht akzeptabel" sei es aus Sicht der Liberalen, dass Hückeswagen bei den Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren "Schlusslicht im Kreis" ist. Kritisch auch die Stellungnahme von Dieter Klewinghaus (UWG): Zwar sei 2008 von Erfolgsmeldungen geprägt gewesen, die großen Parteien übten jedoch zu wenig Zurückhaltung bei teuren Großprojekten. Konkret nannte Klewinghaus die Stadtstraße: "Die können wir uns definitiv nicht leisten." Diese Meinung teilt er mit den Grünen, wie in der Haushaltsrede von Egbert Sabelek deutlich wurde. Dessen Gesamtbilanz fiel gleichwohl positiv aus: "Fünf Jahre Uwe Ufer, fünf Jahre Listen-Verbindung – fünf Jahre Erfolgsgeschichte für Hückeswagen."
Eine deutlich Absage erteilten alle Fraktionschefs der Idee aus der CDU, die Stadt möge das Haus Zach kaufen und in ein Kulturzentrum für Hückeswagen umwandeln. Hans-Jürgen Grasemann sprach aus, was offenbar auch die anderen Parteien, abgesehen von der CDU, so einschätzen: "Da sollen mit Geld aus dem Konjunkturpaket II Wahlgeschenke gemacht werden, die wir uns nicht leisten können."
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