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Hückeswagen: Winter verzögert Stadtstraße

VON SEMIHA ÜNLÜ - zuletzt aktualisiert: 10.03.2010

Hückeswagen (RPO). Wegen der schlechten Wetterbedingungen liegt die zuständige Baufirma drei bis vier Wochen hinter dem Zeitplan. Die Arbeiten des gigantischen Schleusenrüttlers zum Verfestigen des Bodens sind aber fast abgeschlossen.

Unter einer festen oberen Erdschicht befindet sich in den Wupperauen ein kaum tragfähiger Boden. Mithilfe von Rüttelstopfsäulen wird die Trasse befestigt: Dabei vibriert die Baumaschine Kies ins Erdreich.    Foto: RPO
Unter einer festen oberen Erdschicht befindet sich in den Wupperauen ein kaum tragfähiger Boden. Mithilfe von Rüttelstopfsäulen wird die Trasse befestigt: Dabei vibriert die Baumaschine Kies ins Erdreich. Foto: RPO

Optimistisch hatte sich Udo Kolpe vom Architekturbüro Donner und Marenbach Ende Januar gezeigt: "Der Winter wirft uns nicht zurück", meinte der Diplom-Ingenieur damals. "Doch da war ich wohl zu optimistisch", korrigiert Kolpe nun seine Aussage. Wegen des harten und langen Winters liegt die Baufirma nun fast einen Monat hinter dem Bauplan.

"Walzen, Materialien, Personal: Alles und jeder wartet nur darauf, dass die Arbeiten endlich weitergehen können", sagt der Ingenieur.

Langsam muss es warm werden

Am vorigen Montag war ein Team von Straßenarbeitern aus Osnabrück in die Schloss-Stadt gereist. "Aber die Straßenbaukolonne musste direkt wieder nach Hause geschickt werden", bedauert Kolpe. Um die Straßenarbeiten aufzunehmen, muss der Schnee nahezu restlos weggeschmolzen sein. Auch die Temperaturen müssen im höheren Bereich liegen: Sechs Grad sollten es mindestens sein, damit die Bauarbeiter ihren Job machen können und sichergestellt ist, dass die neue Straßenoberfläche nach Ende der Frostperiode nicht absackt.

Info

Der Zeitplan

Bis Mitte/Ende März Abschluss des Bogenbaus für den zukünftigen Kreisverkehr nahe der Ladestraße

Ab Ende März/Anfang April Abriss der Bahnbrücke

Bis August/September Fertigstellung des großen Kreisels

Ab Frühjahr 2011 soll der Verkehr über die Stadtstraße fahren können.

Gute Nachrichten hat Kolpe aber für die Anwohner zu vermelden: Die Zeit des Schleusenrüttlers ist fast vorbei. Seit etwa Mitte Dezember rammt die gewaltige Baumaschine bis zu fünf Meter tiefe Löcher in den Boden der zukünftigen Trasse, um sie im nächsten Arbeitsschritt mit Kies zu füllen. Ein sehr lauter Arbeitsvorgang, der aber notwendig ist, da das Gelände nahe der Wupper sehr weich ist und erst mit so genannten Kiesstopfsäulen befestigt werden muss, bevor es bebaut wird. Doch nun sind fast alle der insgesamt 1036 Löcher mit Schotter aufgefüllt.

Bei diesen Untergrund-Arbeiten war man zudem auf einen vermeintlichen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Doch die Prüfung ergab, dass es sich dabei um eine mehr als 100 Jahre alte Trinkwasserleitung der Neye-Talsperre handelte. Diese war nicht kartographiert gewesen.

Anfang kommender Woche – wenn denn das Wetter mitspielt – soll mit den Kanalbau- und Straßenoberflächenarbeiten für den zukünftigen Kreisverkehr von der Litfasssäule nahe der großen Kreuzung an der Diskothek "Holzwurm" zur Einmündung Ladestraße begonnen werden. "Zurzeit sind nur sieben bis acht Mitarbeiter auf dem Baugelände. Sobald das Wetter besser wird, werden es bis zu 20 Mitarbeiter sein", sagt Kolpe.

Ob sich nun der Zeitplan für das gesamte Bauprojekt um mehrere Wochen verzögern wird, sei noch nicht abzuschätzen. "Wir haben am Freitag eine Baubesprechung und werden dann weitersehen", berichte der Ingenieur. Einige Arbeiten an der Stadtstraße könne man durchaus beschleunigen und die verlorenen Wochen aufholen. Kolpe hofft, dass sein Optimismus nicht wieder auf eine harte (Winter-)Probe gestellt wird.

Quelle: RP

 
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