Serie: Kurz-Urlaub: Zu Wasser durchs Bergische
VON PIA BERGMEISTER - zuletzt aktualisiert: 19.08.2011Hückeswagen (RP). Unsere Redaktion schickt die Leser auf Kurz-Urlaub in die Region. Heute ist der Solinger Wipperkotten Ausgangspunkt einer Kanutour auf der Wupper. Der Ausflug auf dem Wasser endet in Leverkusen-Opladen.
Solingen "Anfänger? Kein Problem! Nur wasserscheu darf man nicht sein", sagt Thomas Becker. Er muss es wissen – nach 13 Jahren international erfolgreicher Karriere im Wildwasser-Kanuslalom. Im Jahr 2000 entschloss Becker sich dann, mit seinem Team das Unternehmen "WupperKanuTouren" aufzubauen. Seitdem bietet er auf seinem Heimatfluss Wupper und anderen regionalen Gewässern Kanutouren und -kurse an.
"Schon Kinder ab drei Jahren dürfen mitfahren, wenn sie keine Angst haben", verspricht der Ex-Profisportler. Schwimmwesten schützen, wenn die Mitfahrer mal ins Wasser fallen sollten. Ideal für Einsteiger eignet sich die meist gebuchte "Wuppertour 1". Dort liegen nicht so viele Steine im Flussbett wie beispielsweise am Wupperhof.
Malerische Auenlandschaften
Der Einstieg befindet sich am Wipperkotten. Der Parkplatz dort ist auch der Treffpunkt. Die Tour ist nur möglich, wenn die Wupper einen ausreichenden Wasserstand aufweist. Ein Schönwettersport ist Kanufahren hingegen nicht. "Wir sind natürlich auch unterwegs, wenn's regnet", sagt Becker.
In Dreier- und Viererkanus geht es auf zu der etwas mehr als dreistündigen Tour. Schnell ist man mitten in der Natur, und die Atmosphäre ändert sich ständig. Die Fahrer lassen rasch die Wupperberge hinter sich und paddeln mit dem Strom durch malerische Auen- und Waldlandschaften. Nach nur einer Viertelstunde beherrschen Anfänger das Steuern des Kanus soweit, dass sie sich ganz auf das Naturerlebnis konzentrieren können.
In Richtung Leichlingen passieren die Kanufahrer das Herrenhaus Müllerhof, das durch seine prachtvolle Säulenbauweise beeindruckt und vom Wasser aus ideal zu sehen ist. Weiter geht es durch die Wohnsiedlung Unterberg, die für ihre vielen tollen Grundstücke bekannt ist. Anschließend geht es mitten durch Leichlingen. Gepflegte Ufer säumen die Wupper.
Die Balker Aue bietet Gelegenheit zu einer Pause auf der rund zehn Kilometer langen Strecke. Im Wiesenbereich der Parkanlage ist Zeit für Entspannung. Mittlerweile haben die Teilnehmer merklich an Fahrsicherheit gewonnen und können den zweiten Streckenabschnitt intensiver genießen. Unterwegs erzählt Becker gerne Anekdoten vergangener Kanutouren. "Vor einiger Zeit beobachteten wir Kühe beim Grasen. Sie fanden wohl an uns Gefallen, denn die Tiere folgten uns bis in die Wupper und nahmen uns die Hälfte der Flussbreite weg", schildert er. Überhaupt habe man auf dem Wasser die Gelegenheit, Landschaft, Flora und Fauna hautnah zu erleben – und dies im Einvernehmen mit dem Naturschutz.
Die Kanufahrer treffen nun in Opladen ein, dem Endpunkt der Tour.
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