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Europawahl (7): Konsens statt Kontroverse

VON CHRISTIAN PEISELER - zuletzt aktualisiert: 18.05.2009 - 16:39

Der Spitzenkandidat der Grünen für das Europaparlament, Reinhard Bütikofer, diskutierte mit Vertretern von Vaillant und den Remscheider Stadtwerken über Energiepolitik in Europa.

Entspannte und lockere Diskussion über grüne Politik in Europa mit Dr. Marc Andree Groos (Vaillant), Reinhard Bütikofer (Spitzenkandidat der Grünen), Sylvia Löhrmann (Moderatorin und Landtagsabgeordnete der Grünen), Frank vom Scheidt (Grüne Remscheid) und Klaus Zehrtner (Stadtwerke Remscheid).  Foto: Nico Hertgen
Entspannte und lockere Diskussion über grüne Politik in Europa mit Dr. Marc Andree Groos (Vaillant), Reinhard Bütikofer (Spitzenkandidat der Grünen), Sylvia Löhrmann (Moderatorin und Landtagsabgeordnete der Grünen), Frank vom Scheidt (Grüne Remscheid) und Klaus Zehrtner (Stadtwerke Remscheid). Foto: Nico Hertgen

Ein Spitzenpolitiker der Grünen, ein Globalplayer der Wirtschaft und ein Vertreter der örtlichen Stadtwerke – vor fünfzehn Jahren wären bei solch einer Zusammensetzung des Podiums noch die Fetzen geflogen, beim Streit um den richtigen Weg in der Energiepolitik, bei der Gesetzgebung und beim ökologisches Wirtschaften. Doch beim Zusammentreffen zwischen Reinhard Bütikofer, Spitzenkandidat der Grünen für das Europaparlament, Dr. Marc Andree Groos, Marketingleiter bei Vaillant, und Klaus Zehrtner, Bereichsleiter Vertrieb bei den Remscheider Stadtwerken, anlässlich einer Veranstaltung der Grünen für die Europawahl in der Remscheider Technologiefabrik hat Moderatorin Sylvia Löhrmann nach kontroversen Standpunkten zwei Stunden lang gesucht und keine gefunden.

Als Dr. Groos ausführte, dass der Durchschnitt der Heizungen 24 Jahre alt sei, und der größte Beitrag zum sparsameren Umgang mit Energie im Kauf einer neuen Heizung liege, nickten Bütikofer und Zehrtner mit dem Kopf. Als Dr. Groos die Unsicherheit bei den Kunden durch den unüberschaubaren Förderdschungel kritisierte, stieß er bei dem Grünenpolitiker auf Zustimmung.

Und der Schwabe Bütikofer war sofort einverstanden mit Zehrtners Bitte, für einen fairen Wettbewerb auf dem europäischen Energie-Markt zu sorgen. Wenn schon kaum sachliche Differenzen vorlagen, so forderte Bütikofer die beiden Remscheider Unternehmen auf, sich vernehmbar dafür einzusetzen, dass erneuerbare Energien auch weiterhin Vorfahrt haben vor Atomstrom und fossilen Energien bei der Einspeisung ins Stromnetz: Würde die Regelung im nächsten Bundestag kippen, was Bütikofer befürchtet, dann werde die Atomkraftlobby den Fortschritt der regenerativen Energietechnik ausbremsen. Während auf dem Podium meist Einigkeit über die großen Ziele der Energiepolitik bestand, kam für den früheren Parteivorsitzenden zaghafte Kritik aus den eigenen Reihen.

Zusammenarbeit mit Handwerkern

Ein Parteimitglied im Plenum kritisierte die von den Grünen postulierten Ziele zum Klimaschutz als zu lasch angesichts des weltweiten Klimawandels. Dieser Haltung entgegnete Bütikofer klar: Aufgabe der Grünen sei es, die Verminderung des Co2-Ausstoßes bis 2020 um 40 Prozent mit durchzusetzen, auch wenn in dem Energiemix noch die ungeliebte Kohle eine Rolle spiele. Hehre Ziele nur auf dem Papier würden nicht weiterhelfen.

Was nutzen eine moderne europäische Energierichtlinien, das effizientestes Blockheizkraftwerk von Vaillant und die beste Beratung bei den Stadtwerken, wenn es an Fachkräften mangelt, die die neue Technik einbauen und betreuen können? Nach Darstellung von Dr. Groos käme man auf dem deutschen Markt noch gerade mit den Installateuren zurecht, in den europäischen Nachbarländern, vor allem im Osten, sei die Situation wesentlich düsterer.

Die Remscheider Stadtwerke suchen daher eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Handwerkern, um einer Beratung – es sind um die 25 000 im Jahr – auch Taten folgen lassen zu können.


 
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