Leichlingen: Abschied mit ein wenig Stolz
zuletzt aktualisiert: 05.01.2007Leichlingen (RPO). Rolf Voß, der Vorsitzende des Leichlinger Stadtsportverbandes, hat sein Amt am 31. Dezember niedergelegt. 35 Jahre engagierte er sich in der Dachorganisation für die örtlichen Sportclubs.
Vielseitiger Sportler
Sportlich ist Rolf Voß ein echtes Multi-Talent. Er war als Feld-Handballer in der höchsten deutschen Spielklasse aktiv (beim TuS 82 Opladen), gewann als Leichtathlet mehrere nationale Titel auf den Kurzstrecken und wurde Altersklassen-Europameister im Ultra-Steinstoßen.
Das neue Jahr bringt einige Veränderungen für die Sportwelt in der Blütenstadt. Nach dem Beigeordneten Werner Hammerstein geht nun auch eine weitere prägende Figur verloren. Rolf Voß ist seit dem 1. Januar nicht mehr Vorsitzender des Stadtsportverbandes. RP-Mitarbeiter Tobias Krell sprach mit dem 80-Jährigen über die Gründe für seine Demission, die Erfolge in 35 Jahren als Kopf der Dachorganisation der Vereine und seine Nachfolge.
Was waren die Gründe für die Entscheidung, aufzuhören?
Voß Das hat sich schon etwas länger angekündigt. Wenn man 80 ist, dann hat man – auch altersbedingt – das Bedürfnis, sich um sich selber zu kümmern. Die Tätigkeit hat viel Zeit in Anspruch genommen. Da ist die Freizeit schnell belegt. Das haben meine Vorstandkollegen auch akzeptiert, als ich ihnen meine Entscheidung im Herbst mitgeteilt habe.
Gibt es schon einen Kandidaten für die Nachfolge?
Voß Ja, wir sind fündig geworden. Einen Namen möchte ich zur Zeit aber noch nicht nennen. In dieser Woche fängt der Betreffende an, sich einzuarbeiten. Ich werde ihm dabei helfen. Die Zeit bis zur Mitgliederversammlung wollen wir ihm geben, um sich mit der anstehenden Arbeit vertraut zu machen. Ich bin überzeugt, dass er der Richtige für dieses Amt ist. Aber ich bin auch noch vorsichtig. Es haben schon andere rein gerochen und waren schnell wieder weg, als sie gemerkt haben, wie viel Arbeit das ist. Das ist kein Pöstchen zum Da-oben-Schweben und Hier-und-da-eine-Rede-Halten.
Welche Qualitäten und Qualifikationen bringt der Kandidat mit?
Voß Er kommt aus dem Sport, hat sich dort bereits ehrenamtlich engagiert und ist bekannt in der Szene. Als Rentner oder Pensionär bringt er auch die nötige Zeit mit, die ein Vorsitzender des Leichlinger Stadtsportverbandes benötigt. Mit einem herkömmlichen Arbeitsverhältnis wäre das auch gar nicht zu vereinbaren gewesen. Ich habe mit dem Betreffenden sehr konstruktive Gespräche geführt.
Was sind im Rückblick die wichtigsten Veränderungen in Ihren 35 Jahren als Stadtsportverbands-Vorsitzender?
Voß Es gibt einige Dinge, auf die wir stolz sein können. 2006 fanden die Feriensportaktion – die meine Idee war – und auch die Sportlerehrung, die ich mit Wolf-Dieter Immel initiiert habe, jeweils zum 30. Mal statt. Ganz wichtig fand ich auch unser Engagement für die Abnahme des Sportabzeichens. In all den Jahren sind wir im Kreis mit der Beteiligung in Leichlingen immer auf einem der vorderen drei Plätze gelandet. Bedeutend war zudem der Vertrag, den wir im Jahr 2000 mit der Stadt geschlossen haben. Damals haben wir einige Aufgaben von der Kommune übernommen, etwa die Zuständigkeit für die Belegung der Sportanlagen oder die Ausübung des Hausrechtes. Durch diese Regelung bleiben den Vereinen die Nutzungsgebühren erspart.
Was fangen Sie mit der zusätzlichen Freizeit an?
Voß Ich habe vielfältige Interessen, und Langeweile kommt sicher nicht auf. Ich kann jetzt auch Dinge nachholen, die in den vergangenen Jahren nicht möglich waren. Wegen der Feriensportaktion musste ich in den vier letzten Wochen der Ferien immer da sein. In diesem Jahr würde ich gerne mit meinen Enkeln in Urlaub fahren. Schön ist auch, dass ich Kurzurlaube wie am Wochenende, wo ich zum Ski-Fahren im Allgäu sein werde, nicht mehr mit meinem Terminplan und den vielfältigen Verpflichtungen des Stadtsportverbandes abstimmen muss.
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