Leichlingen: Alle meine Entchen...
VON CLAUDIA PROSKE - zuletzt aktualisiert: 25.09.2006Leichlingen (RPO). Rund 4000 Enten hatten unter den Leichlinger Bürgern Paten gefunden, die bereit waren zu zahlen, um ihre Enten beim Hauptrennen an den Start zu bringen. Der Erlös ist für das Gymnasium.
Mit erheblichen Verkehrsstockungen sahen sich am Samstagnachmittag die Kanufahrer auf der Wupper konfrontiert. Hunderte gelber Quietsche-Enten dümpelten in Höhe der Marly-Brücke mitten im Fluss und hinderten die verdutzten Kanuten an der Weiterfahrt. Die Enten blieben cool und warteten auf den Startschuss zum 1. Leichlinger Entenrennen.
„Dafür, dass es das erste Rennen ist, sind wir absolut zufrieden.“ Joachim Theilenberg, Physik- und Mathelehrer am Leichlinger Gymnasium, konnte stolz sein, was er und seine Kollegen in nur sechs Wochen auf die Beine gestellt hatten. Hintergrund für diese Aktion, die nur eine von vielen ist, ist der Geldmangel am Gymnasium. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern müssen neue Geräte und Unterrichtsmittel her. Auch das Selbstlernzentrum hat schon bessere Zeiten gesehen. Rund 270 000 Euro kosten die Neuanschaffungen, und so entwickelten Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam Ideen, um ihrer Schule zu helfen.
Sammeln für die Schule
270000 Euro braucht das Leichlinger Gymnasium für die Neuanschaffungen in den naturwissenschaftlichen Fächern. Rund 70 000 Euro konnten bisher bei Aktionen wie der Kunstversteigerung für die Schulkasse gesammelt werden, und das Engagement nimmt nicht ab. Allein beim Entenrennen halfen 200 Schüler. Für die nahe Zukunft stehen weitere Events an. So sind zum Beispiel ein Sponsorenlauf, eine LAN-Party und ein Benefiz-Konzert geplant.
Das Entenrennen kam gut an. Zahlreiche Leichlinger Geschäftsleute hatten eine Ente für 100 Euro gesponsert und sie Kindergärten und Schulen geschenkt. Die Kinder peppten ihre Enten für das Sponsoren-Rennen so richtig auf. Kunterbunt angemalt und mit prächtigem Kopfputz versehen, ließen sich die Teilnehmer vor dem Start bestaunen. Knallig aussehende Punk-Enten schwammen neben geziert wirkenden Prinzessinnen und gefährlichen Indianern. Selbst außerirdisches Gummi-Federvieh hatte den Weg in die Wupper gefunden.
Nachdem alle Doping-Kontrollen negativ ausgefallen waren, ging es an den Start. Eher gemütlich trudelten die Enten los. Doch schon nach kurzer Zeit zog sich das Hauptfeld immer mehr in die Länge, und die ersten Ausreißer versuchten ihr Glück. Vorbei an tückischen Untiefen und Strömungen trieben sie Richtung Ziel Feuerwache, immer begleitet von begeisterten Kindern und Erwachsenen, die ihre Favoriten anfeuerten.
Rund 800 Meter weiter und etwa 18 Minuten später gaben die Quietsche-Enten auf der Zielgerade noch einmal alles. Aus dem Gleichgewicht gebracht von ihrem prächtigem Kopfputz erreichten viele der Wettkämpfer das Ziel nur noch mit dem Kopf unter Wasser und dem Sterz in die Luft gereckt – allen voran die Ente des evangelischen Kindergartens an der Brückenstraße. Die kleine Enya nahm stellvertretend für ihre Freunde 200 Euro für den Kindergarten in Empfang. Noch voller wurde es auf der Wupper beim großen Hauptrennen. Rund 4000 Enten hatten unter den Leichlinger Bürgern Paten gefunden, die bereit waren zu zahlen. Die Lehrer und Schüler vom Gymnasium waren zufrieden, hoffen aber, dass sie die 5000er-Grenze im nächsten Jahr knacken können.
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