Leichlingen: Amüsante Zirkusvorstellung zum Jubiläm
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 05.09.2011Leichlingen (RP). Ein satter Gongschlag verkündet, dass nun die große Vorstellung beginnt. Was die Zuschauer sehen, das kann den durchdringenden Ton nicht wirklich erzeugt haben. Denn der vermeintliche Gong ist ein schlichter Holzreifen, der mächtige Schlegel eine Schaumstoffattrappe.
Aber im Zirkus funktioniert so manches, weil man hier das Handwerk der Illusion beherrscht – auch im "Zirkus Balansa", der am Samstag in Leichlingen gastierte. Ein einzigartiges Ereignis, denn die Truppe, die sich durch ein extrem niedriges Durchschnittsalter auszeichnet, hat eine ganze Woche lang nur für diese einzige Vorstellung trainiert.
Anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums hatte der Behinderten Sport Leichlingen in der letzten vollen Ferienwoche ein Zirkusprojekt für Kinder angeboten. Rund 30 Sechs- bis Zwölfjährige trafen sich Montag bis Freitag jeden Vormittag, um Jonglieren, Einradfahren oder Balancieren auf dem Schwebebalken zu üben. Die Leitung hatte Peter Heinzelmann, ein Lehrer aus Monheim, der schon mehrere ähnliche Workshops durchgeführt hat und assistiert von seiner Frau und sechs weiteren Ehrenamtlichen die kleinen Artisten im Zaum hielt.
Große Abschlussgala
Keine leichte Übung, wenn man bedenkt, dass die Teilnehmer nicht nur unterschiedlich groß, sondern auch mit ganz verschiedenen Bewegungserfahrungen kamen. Auftrittsmöglichkeiten bei der großen Abschlussgala gab es für alle, für die sportlich durchtrainierten genauso wie für die Ängstlichen oder Kinder mit Behinderungen, für die dieses Projekt ausdrücklich offen war.
Musiker aus den eigenen Vereinsreihen begleiteten das Spektakel live mit Akkordeon, Gitarre, Saxophon oder Congas. Und weil sich der BS Leichlingen kein echtes Zirkuszelt leisten kann, wurde das Manegenrund einfach mit einem verhüllten Drainagerohr geformt. Bühnenhintergrund und Tür mit Wäscheleinen und Tüchern abgesperrt und schon fühlten sich die Zuschauer in der Turnhalle der Paul-Klee-Schule wie im echten Zirkus.
Das Programm war erstaunlich vielfältig und mit mehr als 90 Minuten auch ziemlich lang. Seilchenspringer zeigten ihre Kunststücke wie eine Kunstreiter-Truppe auf selbstgebastelten Steckenpferden, deren Köpfe aus dicken Wollsocken geformt waren. Darüber amüsierten sich die Zuschauer ebenso wie über die Riesenraupe mit vielen Kinderbeinen oder die mit Augen und Mund versehenen Wischmops und Besen, die über den Tuchwänden erschienen und mit einer kleinen Einlage vom Aufbau des Schwebebalkens und der Matten ablenkten.
"Wir sind die Putzkolonne, für uns ist Dreck 'ne Wonne..." tönten die Puppenspieler. Ein Trommelwirbel bedeutete: absolute Ruhe für die Vorstellungen der kleinen und fortgeschrittenen Seiltänzerinnen. Es folgten noch verschiedene, zum Teil schon richtig professionell geübte Jonglage-Vorführungen. Die Kunstturnerstaffel machte ganz verrückte Sachen, wie eine Purzelbaumkette, bei der einer über den anderen abrollte, obwohl sich alle durchgehend an den Händen hielten.
Feier im Haus Klippenberg
Kein richtiger Zirkus kommt ohne Clown aus: Der, genauer die sorgte natürlich auch bei "Balansa" (eine Wortschöpfung kombiniert aus "Balance" und BS) für Vergnügen.
Der BS Leichlingen wurde am 3. November 1961 gegründet und feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Das Zirkusprojekt in den Sommerferien war die Kinder-Aktion im Jubeljahr. Die Erwachsenen feiern das Ereignis am 5. November mit einer Veranstaltung im Haus Klippenberg.
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