Leichlingen: Beim Bürgerfest Wir-Gefühl zeigen
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 25.08.2008Leichlingen (RPO). Das Bürgerfest, unterstützt von der RP, lockte am Sonntag tausende Besucher in die Innenstadt. Schmiede, Floristen und Seiler machten den Handwerkermarkt im alten Stadtpark zum Publikumsmagneten, während im neuen Park Bühnenprogramm und Kinderparadies geboten wurden.
Gudrun und Sophie sind anspruchslos, robust und hübsch. Dies sind typische Merkmale der Fuchsschafe. „Inzwischen ist die alte Haustier-Rasse nicht mehr vom Aussterben bedroht“, ergänzte Hans Werner Bronk. Er hatte die Schafe samt drei Lämmern im alten Stadtpark eingepfercht. Dort bewiesen Gudrun, Sophie und die Kleinen eine weitere Eigenschaft: Langmut. Über Stunden ließen sich die fünf von Kinderhänden streicheln, während ihr „Hirte“ sich an seinem ersten Abstecher nach Leichlingen erfreute: „Die Menschen hier sind so aufgeschlossen und wissbegierig“, lobte Bronk.
Mit 143 Ausstellern zum Erfolg
Neben ihm kamen 142 weitere Aussteller, die das Bürgerfest zum Erfolgsfall machten. Tausende Besucher aus der Blütenstadt und von weiter her strömten in die Innenstadt. „Es ist toll, wie Bürger, Vereine, Geschäfte und Stadt hier das Wir-Gefühl vermitteln“, sagte Organisatorin Ute Gerhards strahelnd. Bis zuletzt hatten Mitarbeiter des Bauhofs beim Aufbau angepackt und zum Beispiel den Bereich vor der Bühne im neuen Stadtpark in eine „Strandlandschaft“ verwandelt, so dass die Besucher trockenen Fußes das Programm verfolgen konnten, an dessen Ende der Auftritt von Tommy Engel am Abend stand.
Im neuen Stadtpark summierten sich die Stände zu einem Spiel-, Mal- und Bewegungs-Paradies für Kinder. Im alten Teil wurde erneut der Handwerkermarkt angesiedelt: Mehrere Schmiede luden zum Hämmern an die Ambosse ein, Seiler ließen Besucher ihre eigenen Schnüre anfertigen, und Floristen des Leichlinger Blütencenters hatten ein viel bestauntes pflanzlich-kreatives Arrangement zusammengestellt. Die RP versorgte Einheimische wie Auswärtige an ihrem Stand mit Erinnerungs-Postkarten. Zehn Leichlinger Künstler erschufen ein Werk aus 100 Holzwürfeln, auf denen jeder seine Assoziationen mit der Blütenstadt hinterließ. „Wir wissen noch nicht wie und wo wir es ausstellen“, sagte Winfried Gille über das Werk, für das ein Käufer gesucht wird, um den Erlös einem sozialen Zweck zu spenden.
Besuch aus Finnland lernte dazu
Riitta Bartsch hatte dafür das nötige Kleingeld nicht dabei. „Ich könnte so ziemlich alles kaufen – wenn ich genug Geld hätte“, bemerkte sie beim Rundgang über den Handwerkermarkt. Die Finnin ist zu Besuch bei ihrer Tochter in Leverkusen und nutzte den Aufenhalt für einen Abstecher nach Leichlingen. „Die Atmosphäre gefällt mir, es ist alles nicht so eng hier“, sagte Bartsch. Zuvor hatte sie an einem Stadtrundgang teilgenommen: „Ich habe zwar 20 Jahre in Leverkusen gelebt. Aber dass es in Leichlingen mal ,Stinke-Ferien’ gab, wenn die Wupper roch, das war mir neu.“
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