Leichlingen: Brand beim Schnee kehren
VON ULRICH SCHÜTZ UND ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 20.12.2010Leichlingen (RPO). In Leichlingen-Witzhelden geriet etwas Dachstuhl in Flammen, als der Hausbesitzer eine Dachrinne zwischen zwei Satteldächern von Schnee und Eis befreite. Das Feuer war schnell aus, der Schaden hielt sich in Grenzen.
Dass beim Schnee kehren ein Feuer entsteht, erscheint eher ungewöhnlich. Ein Hausbesitzer in Leichlingen-Witzhelden meldet gestern gegen 14 Uhr einen solchen Fall. Der Mann war dabei, eine Dachrinne seines Hauses von Schnee und Eis zu befreien. Dann wurde Rauch bemerkt. "Dachstuhlbrand in Altenbach" lautete die Alarmierung für Leichlingens Feuerwehrchef Horst Schmidtberg und seine Kollegen von den Löschzügen III und IV sowie dem Team der Drehleiter des Löschzuges I.
Das Fachwerkgebäude in Altenbach liegt etwa 300 Meter von der Hauptstraße den Berg runter entfernt. Es verfügt über zwei Satteldächer, zwischen denen die Dachrinne verläuft. Die Feuerwehrleute brachten die Drehleiter in Stellung und setzen drei C-Rohre unter Druck. Letztlich genügte der Einsatz eines Schlauchteams zum Löschen des noch relativ kleinen Feuers. "Wir haben noch ein paar Quadratmeter Dach abgedeckt, um nach Brandnestern zu suchen", berichtete Einsatzleiter Schmidtberg. Bis 16 Uhr hielt der Löschzug IV vorsichtshalber noch Brandwache. Verletzte gab es keine.
Keine Verletzten
Feuerwehr-Einsätze sind von sich aus schon gefährlich. Der Schnee erhöht das Verletzungsrisiko für die Helfer und Retter. Gestern erkannte ein Feuerwehrmann wegen des Schnees nicht, dass er über Kunststoff lief. Beim Einbrechen mit einem Bein blieb es bei kleineren Prellungen, berichtete die Feuerwehr.
Feuerwehrmann brach ins Dach ein
Ein Feuerwehrmann hatte viel Glück: Er lief beim Einsatz von einem Hang über ein schneebedecktes Plastikdachteil und brach mit einem Bein ein. "Ihm ist weiter nichts passiert", berichtete Schmidtberg. Über die Ursache für das Feuer konnte Feuerwehrchef Schmidtberg dagegen nichts sagen.
Vor diesem Einsatz schien es ein ruhiges Wochenende für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute zu werden. Einzige Hilfeleistung vor dem Dachstuhlbrand: Eine Frau alarmierte die Helfer und beorderte sie zur Bussardstraße, weil dort ein Baum ihrer Ansicht nach durch die erhebliche Schneelast Schlagseite zu bekommen drohte. Aber die Wehrleute vom Löschzug Stadtmitte stuften die Situation als unbedenklich ein und rückten unverrichteter Dinge wieder ab.
"Ansonsten war es ein ruhiges Wochenende", berichtete Thomas Schmitz von der Feuerwehr. Lediglich am späten Freitagnachmittag hätten seine Kollegen am Hasensprung abgebrochene Äste von einem Gehweg geräumt. Auch angesichts weiterer prognostizierter Schneefälle werde keine Bereitschaftsdienst in der Wache am Stadtgraben eingerichtet, teilte er mit. "Alles läuft wie immer. Wir lassen die kommenden Tage auf uns zukommen", sagte Schmitz.
Mit Schneeketten nur 50 km/h
Allerdings seien bereits die meisten Einsatzfahrzeuge der Leichlinger Wehr mit Schneeketten ausgestattet worden. Diese Hilfsmittel sind speziell bei Einsätzen in Nebenstraßen nötig. Aber Ketten haben auch ein Problem: "Wir dürfen damit nur 50 km/h fahren, sonst fliegen uns die Ketten um die Ohren", berichtete Schmidtberg gestern. Für den Einsatz in Altenbach haben sich die Ketten gelohnt: Die Einsatzfahrzeuge konnten so den Berg in Richtung Witzhelden-Mitte wieder gut erreichen.
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