Leichlingen: Buchhändlerin führt die Bibliothek
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 23.07.2009Leichlingen (RPO). Die designierte Bücherei-Leiterin Ricarda Stockhausen will auf Kontinuität setzen. Am 1. September werden die Wuppertalerin, die zuletzt in Hilden arbeitete, sowie eine weitere neue Mitarbeiterin ihren Dienst in der Leichlinger Bibliothek antreten.
Um halb zwölf griff Ricarda Stockhausen zum Stift. "Ich dachte, dass mir erst bei der Hochzeit so viele Menschen beim Unterschreiben zuschauen", kommentierte sie die Augenpaare, die auf sie und den Arbeitsvertrag vor ihr gerichtet waren. Zwei Autogramme, und es war amtlich: Stockhausen wird ab 1. September die Leichlinger Stadtbücherei leiten.
Aus rund 20 Interessenten, von denen eine Hand voll persönlich bei der Stadt vorsprechen durfte, kristallisierte sich die Wuppertalerin als "die qualifizierteste Bewerberin" heraus, begründete Stadt-Chef Ernst Müller gestern bei der Vorstellung. Mit 28 Jahren sei Stockhausen zwar "jung, aber erfahren" (Müller) und bestens ausgebildet für die Aufgabe. Die kommende Leiterin ist gelernte Buchhändlerin, Diplom-Bibliothekarin (mit dem Schwerpunkt: Bibliotheks-Management), war an der Uni-Bücherei in Wuppertal und zuletzt in Hilden (dort war sie zuständig für den Bereich Integration) beschäftigt.
Öffnungszeiten unklar
Bürgermeister Ernst Müller ließ bei Stockhausens Vorstellung gestern offen, ob die angedachte Verschiebung der Öffnungzeiten der Bücherei (unter anderem soll an Samstagen geöffnet werden) ab dem 1. September umgesetzt werden.
Er will die neuen Zeiten mit der künftigen Leiterin erörtern und schloss nicht aus, dass noch Änderungen an den geplanten Öffnungszeiten vorgenommen werden könnten.
Ausgerechnet Hilden. Dort hat jüngst Stockhausens Vorgängerin Claudia Lemke ihren Dienst als Chefin angetreten, nachdem sie Mitte April überraschend ihren Abgang aus Leichlingen verkündet hatte. "Wir haben uns kennengelernt, und sie hat mir zugesagt, dass sie mir zur Seite steht, wenn ich sie um Rat frage", berichtet Stockhausen. Sie sieht in ihrer künftigen Tätigkeit einen Praxistest: "Ich freue mich, mein Wissen aus der Studienzeit anzuwenden." Weil die Einrichtung nach Stockhausens Einschätzung "sehr gut da steht", will sie inhaltlich weitgehend Lemkes Linie treu bleiben. Bestehende Veranstaltungen sollen beibehalten, Kooperationen mit weiteren Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen angeschoben werden, "da mir die Lese- und die Sprachförderung sehr am Herzen liegen". Generell nimmt sich Stockhausen vor, dass "wir für alle Altergruppen attraktiv sind und weiter versuchen, das Image der Bücherei zu stärken".
In viele Themen muss sich die Neue noch einarbeiten. Müller kündigte an, sie in die Planung des Bücherei-Neubaus einzubeziehen. Zudem stehen ihre Vorstellung beim Förderverein und das Kennenlernen des sechsköpfigen Bücherei-Teams aus. Dazu wird ab September neben Stockhausen ein weiteres neues Gesicht gehören. Allerdings wurde nicht, wie angedacht, eine Fachkraft eingestellt. Davon habe man laut Verwaltung Abstand genommen, um dem Auszubildenden in der Bücherei (macht 2010 seinen Abschluss) eine Perspektive für eine Weiterbeschäftigung geben zu wollen.
Stockhausen will sich nun auf ihre restlichen Aufgaben in Hilden konzentrieren. Sie wolle in den nächsten Wochen "nicht zweigleisig" fahren. "Aber", kündigte sie an, "ich werde Frau Lemke schon ein wenig löchern."
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