Leichlingen: Die Schnapszahl-Hochzeiter
VON MASCHA DINTER - zuletzt aktualisiert: 08.09.2009Leichlingen (RPO). 9.9.09: Am Mittwoch steht ein Datum an, das als Gedächtnisstütze für den Hochzeitstag taugt. Doch die Heiratsnachfrage ist viel geringer als am 9.9.99. Zu denen, die sich damals das Ja-Wort gaben, gehört auch ein Leichlinger Paar.
Geringe Nachfrage
Beim Leichlinger Standesamt war die Nachfrage nach dem Schnapszahl-Hochzeitstermin 9.9.09 überraschend gering. Standesbeamtin Ellen Kempkes meldet nur eine Trauung auf Schloss Eicherhof, eventuell komme eine zweite hinzu.
Dafür seien für das vergangene und das kommende Wochenende zahlreiche Hochzeitstermine gebucht worden.
Die Stadt Leichlingen bietet auch für Silvester Trautermine an. Kontakt für Interessierte unter Tel. 02175 992-110.
Wenn Susanne Heinrichs-Bauer (33) Leuten erzählt, dass ihr Hochzeitsdatum der 9.9.1999 ist, schauen viele ungläubig. Oder sie fragen: Ist das denn dann überhaupt ein individueller Tag? Schließlich waren Susanne und ihr Mann Björn Frodo Bauer (32) nicht die einzigen, die sich an diesem "Jahrhunderttermin" das Ja-Wort gaben.
Doch das Datum ergab sich bei den beiden Leichlingern rein zufällig: "Wir waren im Mai 1999 auf dem Standesamt, eigentlich nur, um uns über die Formalitäten zu informieren. Wir waren noch nicht so lang zusammen, erst anderthalb Jahre", erzählt Susanne Bauer. "Dann sagte der Standesbeamte, er hätte noch was am 9.9. frei. Die Idee hat uns gefallen."
Viel Zeit genommen
So wurden sie bei ihrer Trauung auch nicht innerhalb von zehn Minuten abgefertigt: "Der Standesbeamte hat sich viel Zeit für uns genommen, wir waren bestimmt eine Dreiviertelstunde da drin", erzählt Björn Frodo Bauer. Nach der standesamtlichen Trauung feierte das Paar im kleinen Kreis in Diepental.
Zwei Tage später, am 11. September 1999, fand dann die kirchliche Hochzeit statt. "Doch dieses Datum feiern wir seit dem Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 nicht mehr", sagt Susanne Heinrichs-Bauer. Die Hochzeitsreise führte das Paar nach London, wo sich die beiden Fußball- und Eishockey-Fans Spiele der Londoner Teams ansahen und "von ihren Freunden für verrückt gehalten wurden".
Dieses Jahr fällt die Feier zum zehnjährigen Hochzeitstag, am 9.9.2009, eher klein aus. Denn das Paar, das mittlerweile Eltern von zwei Söhnen (Max, fünf Jahre, und Lucas, drei Jahre) ist, befindet sich mitten im Umbau.
Im Fachwerkhäuschen, das schon seit 1876 in Familienbesitz ist, wartet noch einiges an Arbeit auf den 32-jährigen Vater. "Wenn ich im Oktober oder November endlich mit allem fertig bin, schmeißen wir eine Einweihungsparty, und dann wird auch der Hochzeitstag nachgefeiert."
Einfallsreicher Ehemann
Susanne Heinrichs-Bauer, die im Auftragsmanagement eines Telekommunikationsunternehmens arbeitet, möchte ohnehin lieber die "Petersilienhochzeit" nach 12,5 Jahren Ehe feiern. Doch sowohl der Hochzeitstag als auch das Datum, an dem die beiden 1998 ein Paar wurden, werden jährlich mindestens mit einem Essen im Restaurant begangen.
Susanne Heinrichs-Bauers Ehemann lässt sich dann schon mal was einfallen: So holte er sie einmal mit einem Trike (dreirädriges Motorrad) von der Arbeit ab und fuhr mit ihr nach Holland. Oder er beschrieb einen Teller mit einem Liebesbrief, gab ihn im Restaurant ab und überraschte seine Frau beim gemeinsamen Dinner.
"Eigentlich wollten wir uns dieses Jahr noch einmal Ringe mit einer Gravur unseres Hochzeitsdatums schenken", berichtet Susanne Heinrichs-Bauer, "denn mein Mann hat seinen leider während der Arbeit verloren." Als sich der Verkaufsfahrer im Winter die Handschuhe auszog, muss der Ring stecken geblieben sein. Doch wer braucht schon eine Erinnerung in Form einer Gravur, wenn er am 9.9.1999 geheiratet hat?
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