Leichlingen: Erfahrungen weitergeben
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 10.02.2009Leichlingen (RPO). Die "mebus körmann stiftung" will sich um die Integration von Menschen mit Behinderungen kümmern. Erik Körmann als nicht sprechender Autist will sein Wissen in die Arbeit einbringen.
Was ist Autismus ?
Die autistische Störung ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die in den ersten drei Lebensjahren beginnt. Die Symptome werden deutlich im sozialen Umgang mit Mitmenschen, in der Kommunikation und in sich stets wiederholenden Handlungen.
Das Asperer-Syndrom unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus in erster Linie dadurch, dass oft kein Entwicklungsrückstand in der Sprache oder der kognitiven Entwicklung vorhanden ist. Auffälligkeiten gibt es in der psychomotorischen Entwicklung und der sozialen Interaktion.
Die Integration von Menschen mit Behinderung hat sich die "mebus körmann stiftung" zur Aufgabe gemacht. Noch ist die offizielle Gründung nicht vollzogen. Am 15. Februar wird der Anfang im Bürgerhaus gefeiert. "Wir wollen Erfahrungen bündeln und weitergeben", erklärt Dagmar Schwanke Körmann das Ziel der neuen Einrichtung. Sie ist Vorstandsvorsitzende der Stiftung, mit der auch ein neuer Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt geschaffen wurde. Der ist auf ihren Sohn Erik Körmann zugeschnitten, der selbst als nicht sprechender Autist in seinen 26 Lebensjahren viel weiß über die Probleme, die diese Form der Behinderung mit sich bringt. Er selbst stecke voller Tatendrang, erklärt die Mutter, und er habe sich vorgenommen "Ich will Gutes tun".
Kommunikation zur Außenwelt
Beispielsweise dadurch, dass er die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung übernimmt, Texte zum Thema Autismus verfasst oder Seminare hält für Autisten. "Das hat er auch schon gemacht", erzählt Dagmar Schwanke-Körmann. Mit entsprechender Unterstützung durch Familie und seinen Computer, der für Erik Körmann die Kommunikation zur Außenwelt ermöglicht. Die verschiedenen Formen des Autismus sollen einen Schwerpunkt in der Arbeit der "mebus körmann stiftung" bilden. Aber grundsätzlich sei man offen für Menschen mit jeder Art von Behinderung. Deswegen sind zur Eröffnungsfeier auch entsprechende Partner eingeladen wie Eva Winterhagen-Göpel als Vertreterin des Vereins "mittendrin".
Was Integration bedeutet, hat Erik Körmann am eigenen Leibe erfahren, als Pionier sozusagen. Deswegen können andere von seinen Erkenntnissen und der erreichten Bereitschaft profitieren. Mit ihm begann in der Grundschule Flamerscheid die erste Integrationsklasse. Schulleiterin war damals Martha Uiterwyk, die jetzt bei der Gründungsfeier ebenfalls dabei sein wird. Erik Körmann machte seinen Abschluss an der Leichlinger Hauptschule und besuchte das Landrat-Lucas-Gymnasium, das er mit gutem Erfolg nach der Stufe 12 abschloss. Jetzt will er als Gasthörer an die Universität, um sich Wissen anzueignen für bestimmte Bereiche seiner neuen Arbeit in der Geschäftsführung der Stiftung.
"Die wird sich um Integration in allen Lebensbereichen kümmern, angefangen vom Kindergarten bis zum Arbeitsplatz, aber auch im sozialen Bereich und beim Thema Wohnen", erklärt Dagmar Schwanke-Körmann den Umfang. Sie weiß, welche Kräfte von Eltern gefordert sind, die wie sie mit der Erstdiagnose "geistige Behinderung" konfrontiert sind. Von Autismus wusste man Anfang der achtziger Jahre herzlich wenig. Das sei zum Glück mittlerweile etwas anders.
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