Leichlingen: Eule: Stadt stellt Strafanzeige
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 17.05.2011Leichlingen (RPO). Die Polizei hat die Ermittlungen im Fall der am Kreisverkehr Neukirchener Straße angezündeten Eulenskulptur aufgenommen. Die Künstler haben das beliebte Kunstwerk am Montag instand gesetzt. Im Herbst kommt eine neue Eule.
Mike Kinne war die Verärgerung gestern immer noch anzumerken. "Als die Eule vor sechs Jahren an ihrem Platz aufgestellt wurde, habe ich zwar damit gerechnet, dass sie vielleicht irgendjemand mal beschmiert", sagte der Künstler: "Aber dass dann so ein paar Drecksäcke kommen und sie anzünden, verärgert mich schon maßlos."
Zumal er auch durch viele Besuche in Schulen die Erfahrung gemacht habe, dass sich Jugendliche sehr für seine Kunst interessierten. Auch ihnen hätten die Brandstifter einen Bärendienst erwiesen.
Kinne ist nicht der einzige, der sich ärgert: Der Brandanschlag auf die große Holzeule am Eingang des Stadtparks, bei dem das Kunstwerk am Wochenende schwer beschädigt worden war, hat gestern zu diversen Anrufen besorgter Bürger bei der Stadtverwaltung geführt.
"Die Leute sind teilweise fassungslos, wie sich jemand an so einer schönen Skulptur vergehen kann", berichtete Stadt-Sprecherin Ute Gerhards auf Anfrage unserer Zeitung. Die Eule am Kreisverkehr sei längst ein beliebter Treffpunkt für Wandergruppen und andere Ausflügler geworden. Auch die historischen Stadtführungen starteten in der Regel von dort aus.
Anzeige gegen Unbekannt
Unbekannte hatten versucht, die Skulptur an zwei Stellen anzuzünden. Die Eule ist 2005 beim Leichlinger Kindersommer entstanden und von Kindern bemalt worden. Unsere Zeitung hatte die Aktion damals finanziert.
Die Stadt will die Attacke nicht auf sich beruhen lassen. "Wir haben Strafanzeige gestellt", erklärt Ute Gerhards. Außerdem sollen Außendienst-Mitarbeiter des Ordnungsamtes künftig in Absprache mit der Polizei den Bereich verstärkt kontrollieren. Die Polizei bittet in diesem Zusammenhang alle, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich unter Tel. 02202 2050 oder direkt bei der Leichlinger Wache (Tel. 02175 89930) zu melden. Es sei durchaus nicht unwahrscheinlich, bei entsprechenden Hinweisen den Tätern auf die Spur kommen zu können.
Neue Eule wird widerstandsfähig
Doch was geschieht nun mit der ramponierten Eule? Künstler Mike Kinne kündigte gestern an, das "flügellahme" Tier gemeinsam mit seiner Kollegin Ilona Butz wieder aufpäppeln zu wollen. Und er hielt Wort: Noch am Nachmittag mauerte er die durch das Feuer beschädigten Stellen mit Kieselsteinen zu. Anschließend sollte das Ganze im bunten Stil des gesamten Kunstwerks wieder bemalt werden.
Die Tage der Holz-Eule sind dennoch gezählt. Da der seinerzeit verwendete Buchenstamm witterungs- und schädlingsanfällig ist, wird das Kunstwerk im Herbst ausgetauscht. Kinne arbeitet schon an einer neuen, widerstandsfähigeren Eule. Die soll über einem Eisenrohrgerüst dann aus Hartschaumplatten und "Gitex"-Gewebe entstehen, aber ähnlich bemalt werden, wie die Holz-Eule. Brandstifter können dem Kunstwerk dann wohl nicht mehr so leicht schaden.
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