Leichlingen: Ex-Chefarzt Blümchen half in China
VON HERBERT BONGARTZ - zuletzt aktualisiert: 07.06.2008Leichlingen (RPO). Herzspezialist Professor Dr. Gerhard Blümchen war zwei Mal im Auftrag des Senioren Experten Service der Deutschen Wirtschaft im Reich der Mitte. Dort hat der frühere Leiter der Klinik Roderbirken sein Wissen weitergegeben.
Nein, der Ruhestand ist für Professor Dr. Gerhard Blümchen wirklich nichts. Als der langjährige Leiter der Klinik Roderbirken vor acht Jahren in den Ruhestand ging, überlegte er, was er tun könnte. „Ich wollte mein medizinisches Wissen als Herzspezialist weiter vermitteln“, erzählt der 73-Jährige.
Durch einen Freund erfuhr er vom Senior Experten Service der Deutschen Wirtschaft. „Ich habe mich dann mit denen in Verbindung gesetzt. Und es hat geklappt“, freut sich Blümchen.
Er war bereits zwei Mal für jeweils vier Wochen ehrenamtlich in China und hat dort seine Kenntisse in Krankenhäusern an Ärzte und Hilfspersonal weitergegeben.
Arbeit im Ruhestand
Der Senior Experten Service ist eine Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit. Er bietet interessierten Menschen im Ruhestand die Möglichkeit, ihre Kenntnisse und ihr Wissen an andere im In- und Ausland zu vermitteln.
Provinz hinkt hinterher
Er habe nicht in Peking oder Shanghai seine Tätigkeit aufgenommen, sondern in der Provinz, sagt der Professor. „Und die dortigen Krankenhäuser waren auf dem Stand, den wir vor etwa 50 Jahren hatten.“ Unter anderem ging es für den Leichlinger darum, seine Kollegen in China zu beraten, wie die Kardiologische Abteilung im Krankenhaus sinnvoll ausgebaut werden kann und welche Geräte angeschafft werden sollen. „Natürlich habe ich auch Patienten behandelt. Das waren in der Regel so 30 pro Tag.“
Mit der Verständigung gab es keinerlei Probleme. „Ich hatte ständig einen Dolmetscher dabei, der für mich übersetzte. Denn in den Krankenhäusern in der Provinz sprechen nur die wenigsten Englisch – und ich kein Chinesisch.“
In China wird mittlerweile auch die westliche Medizin angewandt. Blümchen: „Natürlich haben sie dort auch noch die traditionelle chinesische Behandlungsweise.“ Das seien Akupunktur, Diät und Bewegung. Damit würde eine ganze Menge von Patienten geheilt. „Ich finde diese Behandlungsmethoden großartig“, sagt der Professor. Und er habe sich natürlich dort auch so einiges davon abgeschaut. „Aber wenn ein Patient wirklich schwer krank wird, ist die westliche Medizin sicherlich die bessere Methode, um einem Menschen zu helden.“
Es hat auch schon weitere Angebote vom Senior Experten Service der Deutschen Wirtschaft für Blümchen gegeben. „Einmal war es der Jemen, dann ein Staat in Afrika, wo ich medizinische Aufbauhilfe leisten sollte“, erzählt der Herzspezialist. Doch die politische Situation in beiden Ländern sei nicht sehr stabil gewesen. „Das war mir einfach zu gefährlich, dort jeweils vier Wochen zu verbringen“, gibt Gerhard Blümchen zu.
Freundliche Menschen
China würde ihn aber auf jeden Fall noch mal reizen. „Besonders hat mir dort die Freundlichkeit der Menschen gefallen“, sagt der Mediziner aus der Blütenstadt. Die finde man nicht in allen Ländern. Und er hat die chinesische Küche genossen. „An die habe ich mich bei meinen beiden Aufenthalten so richtig gewöhnt.“
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