Leichlingen: Explosionsgefahr gebannt
VON STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 27.02.2008Leichlingen (RPO). Extrem leicht entzündlich bei allen Temperaturen: Das ist die Eigenschaft von Propan/Propylwasserstoff. Die gefährliche Substanz löste jetzt einen größeren Einsatz an der Moltkestraße aus. Menschen kamen nicht zu Schaden.
Vermutlich Benzin versickert
Die Freiwillige Feuerwehr Leichlingen war zunächst von einem Gasaustritt am Haus Nummer 5a ausgegangen. Diese Vermutung wurde indes von Experten der Energieversorgung Leverkusen (EVL) widerlegt. Der Geruch stamme nicht von Erdgas, stellten die Spezialisten fest, deren Messgeräte nichtsdestotrotz Explosionsgefahr anzeigten. Einsatzleiter Horst Schmidtberg forderte daraufhin zwei besondere Gasmessgeräte bei den Kollegen der Bayer-Werksfeuerwehr in Leverkusen an. Deren Diagnose: Propan/Propylwasserstoff. Vermutlich war Benzin im Erdreich versickert, das die Stoffe freigab – und zwar gleich neben der Eingangstür des Hauses.
Weil es im Inneren des Gebäudes keine auffälligen Messergebnisse gab, verzichtete Schmidtberg auf eine Evakuierung. Lediglich eine Frau, deren Wohnung direkt über der Einsatzstelle lag, verließ auf eigenen Wunsch ihre Räumlichkeiten. Die Feuerwehr stellte unterdessen vorsorglich Wasser und Pulver für einen möglichen Löschangriff bereit. Zudem wurde das Kanalnetz der Moltkestraße von der Einmündung zur Brückenstraße bis Kaltenberg mit Hilfe eines Messgerätes kontrolliert. Das Gerät habe aber nur normale Werte angezeigt, teilte Einsatzleiter Schmidtberg mit.
Zur Beseitigung des verseuchten Erdreichs am Haus Nummer 5a wurde noch in der Nacht eine Tiefbaufirma eingeschaltet, die etwa zehn Kubikmeter Boden entfernte und auf ihrem Betriebsgelände zwischenlagerte. Die Untere Wasserbehörde entnahm darüber hinaus Bodenproben, die noch analysiert werden sollen. Die Behörde werde auch über die fachgerechte Entsorgung des kontaminierten Erdreichs entscheiden, berichtete Schmidtberg.
Einsatz dauerte die ganze Nacht
Der Feuerwehreinsatz dauerte die ganze Nacht. Beteiligt waren 32 Kräfte aus den Löschzügen Stadtmitte und Metzholz, vier Helfer des DRK Leichlingen und sechs Polizeibeamte. Hinzu kamen Fachleute der Unteren Wasserbehörde, der Energieversorgung Leverkusen und einer Tiefbaufirma.
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