Leichlingen: Feuerwehr landete im Graben
VON ROMAN ZILLES UND INA LAUER - zuletzt aktualisiert: 07.12.2010Leichlingen (RPO). Der starke Schneefall hat in Leichlingen bislang nur zu wenigen Unfällen geführt. Den spektakulärsten verursachte die Feuerwehr, die mit einem Einsatzfahrzeug von der Straße Auf dem Katzensterz abkam. Der Wagen kippte um.
Am Mittag war es schließlich soweit, dass Thomas Schmitz von der Leichlinger Feuerwehr berichten konnte: "Er steht wieder auf seinen Rädern." Gemeint war der Löschwagen, der sich am Sonntagabend von der Straße Auf dem Katzensterz trotz Schneeketten in den Graben verabschiedet hatte. Den drei Wehrleuten an Bord passierte nichts. Die Bergung ihres Wagens wurde allerdings wegen der Dunkelheit auf gestern verschoben. "Das Fahrzeug wird jetzt zum Hersteller transportiert, um den Schaden festzustellen", sagte Schmitz. Er sei aber optimistisch, dass kein Totalschaden vorliege.
Zwei Unfälle ohne Verletzte
Räumen und Streuen
Der Winterdienst räumt zwar die Straßen, für die Gehwege vorm eigenen Grundstück sind die Anwohner verantwortlich: Zumindest eine kleine Spur zum Gehen muss geräumt sein. Groß ist der Ansturm auf Streusalz. So hing beim Raiffeisenmarkt am Bahnhof gestern Mittag eine Schild an der Tür: "Streusalz ausverkauft".
Aber mit dem Unfall des Zehn-Tonners hatte die Wehr den höchsten Sachschaden in der Stadt durch den Schneeeinbruch wohl selbst verursacht. Rund ein Dutzend Mal mussten Schmitz und Kollegen wegen Schneebruchs, zweimal wegen Bäumen auf Stromleitungen und einmal wegen eines Baumes auf einem Haus in Stockberg ausrücken. "Es gab aber keine Verletzten, und auch der Schaden hielt sich in sehr engen Grenzen", merkte Schmitz an. Allerdings waren gestern zwischenzeitlich wegen Schneebruchs und umgestürzter Bäume drei Straßen gesperrt: die L 427 bei Wupperhof (die am Nachmittag wieder befahrbar war), die K 9 zwischen Bremersheide und St. Heribert (sie soll laut einer Sprecherin des Kreises erst heute geräumt und wieder geöffnet werden) und die Glüderstraße (Flamerscheid in Richtung Solingen).
Während für das Räumen der Landesstraßen die Straßenmeisterei Burscheid zuständig ist, kümmerte sich der städtische Winterdienst vornehmlich um die Hauptstraßen im Stadtgebiet. Von morgens, 3 Uhr, bis zum späten Nachmittag waren die Fahrzeuge unterwegs. "Unser ganzes Personal (neun Mann) ist fast rund um die Uhr im Einsatz, doch kam es am Sonntag gar nicht so schnell nach", erklärte Ute Gerhards, Sprecherin der Stadt Leichlingen.
Da es Sonntag fast pausenlos schneite, konnten die Räumdienste fast wieder von vorne anfangen, als sie mit allen Hauptstraßen fertig waren. Nebenstraßen mussten dabei zurückstehen. Ganz abgeschottet waren die Anwohner von Orth, Wolfstall, Unterbüscherhof und Paulinenhof. Auch an der Unterschmitte, Landrat-Trimborn-Straße und der Immigrather Straße hatten die Anwohner mehr als genug Schnee. Wegen der enormen Schneemassen ließen einige Autofahrer ihr Fahrzeug einfach am Sonntag stehen. Doch Schneeberge am Straßenrand und auf Parkplätzen sorgten dafür, dass es kaum Parkmöglichkeiten gab – teilweise blockierten dann die zugestellten Straßen den Winterdienst.
Witterungsbedingt fielen gestern alle planmäßigen Entsorgungsdienste (Restmüll-, Bioabfall- und Papiertonnenleerungen) ersatzlos aus. Die Anwohner werden jedoch gebeten, die Mülltonnen an der Straße stehen zu lassen. Die Leerungen werden schnellstmöglich nachgeholt.
Unfälle im Rheinisch-Bergischen
Die Polizei hatte derweil mit Unfallaufnahmen in der Blütenstadt nur wenig zu tun: An der Reusrather Straße hatte es gegen halb acht am Morgen gekracht (Sachschaden: rund 5000 Euro), zudem kam es an der Neukirchener Straße anderthalb Stunden darauf zu einem "Parkplatzrempler", durch den etwa 500 Euro Schaden entstanden. Im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis ereigneten sich bis zum frühen Montagnachmittag ungefähr 20 Unfälle (65 000 Euro Schaden).
Selbst gestern Mittag waren noch viele kleinere Straßen in Leichlingen nicht geräumt. Die Hochstraße war eine einzige Eisfläche.
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