Leichlingen: Feuerwehr lobt Brandschutzplan
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 31.03.2011Leichlingen (RPO). 600 000 Euro für das Feuerwehrgerätehaus Witzhelden, ein neuer Gerätewagen – dies sind zwei Punkte des neuen Brandschutzbedarfsplans. Gestern wurde er verteilt. Die Feuerwehr ist zufrieden mit dem 241 Seiten starken Werk.
Erst war er für Mitte vergangenen Jahres angekündigt. Dann gab es ein langes Hin und Her um seine Fertigstellung. Jetzt ist er da – der neue Leichlinger Brandschutzbedarfsplan, der unter anderem besondere Gefahrenpunkte auflistet, Sicherheitsziele für die Stadt formuliert, den Zustand der Feuerwachen und der Ausrüstung beurteilt – und natürlich Neuanschaffungen empfiehlt.
241 Seiten stark ist das Zahlen- und Faktenwerk, das die Situation für den Zeitraum der kommenden fünf Jahre beurteilt und das die Stadtverwaltung in Abstimmung mit den Spitzen der Leichlinger Feuerwehr ausgearbeitet hat.
Brandschutzbedarfsplan
Zu einem Brandschutzbedarfsplan gehören unter anderem:
- Personalanalyse
- (Tages/Nacht)Verfügbarkeit der Feuerwehrangehörigen
- Analyse der Ausrückstärke der Feuerwehreinheiten
- Statistische Analyse von Einsatzdaten
- Bewertung der kommunalen Gefährdungspotenziale
- Erarbeitung von Fahrzeugkonzepten
"Die Feuerwehr wächst"
Deren (zurzeit noch kommissarischer) Leiter Ronald Hillbrenner zeigte sich gestern im Gespräch mit unserer Zeitung durchaus zufrieden mit dem Ergebnis. Und er nannte einige markante Punkte des Plans: "Dass die Stadt Leichlingen bereit ist, für das Feuerwehr-Gerätehaus in Witzhelden 600 000 Euro in die Hand zu nehmen, ist sehr erfreulich", sagte Hillbrenner. Insbesondere die Umkleidesituation der Wehrleute aus dem Löschzug IV sei immer wieder problematisch. Die beengten Verhältnisse gipfelten unter anderem darin, dass sich jeweils zwei Einsatzkräfte einen Spind teilen müssen.
Der Umbau trage aber auch einer Entwicklung Rechnung, die sehr positiv sei: Die Feuerwehr wächst nämlich gerade auch am Standort Witzhelden weiter – von knapp unter 40 auf mehr als 50 Aktive.
Auch beim zweiten Punkt, den Hillbrenner gestern hervorhob, scheint im Brandschutzbedarfsplan ein Kompromiss in einem lange andauernden Streit gefunden worden zu sein: So bekommen die Leichlinger Brandbekämpfer zwar nicht den gewünschten Rüstwagen, dafür aber einen so genannten Gerätewagen Logistik, der Ausrüstung für Technische Hilfe enthält und ebenfalls am Standort in Witzhelden angesiedelt werden soll.
Bei der Ausarbeitung des Plans hatte die Stadt übrigens die Hilfe des Bonner Ingenieurbüros "Forplan Dr. Schmiedel GmbH" in Anspruch genommen. Dessen Geschäftsführer Reinhard Schmiedel erklärte gestern aber, er habe keineswegs als Gutachter fungiert: "Unser Büro hat lediglich die Ergebnisse der Gespräche mit der Feuerwehr, die uns die Stadt zur Verfügung gestellt hat, auf Plausibilität geprüft, auf die Schutz-Ziele und die Vereinbarkeit mit dem Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG)."
In der Sitzung des Leichlinger Haupt- und Finanzausschusses am 11. April wird ein Vertreter des Bonner Ingenieurbüros den Politikern die wesentlichen Eckpunkte des Brandschutzbedarfsplans erläutern. Die letzte Entscheidung trifft dann der Stadtrat. Winken die Politiker den Plan durch, ist er verbindlich.
Die Feuerwehr hofft auf ein positives Votum. "Ich finde, wir haben da einen guten Kompromiss gefunden", sagt Hillbrenner. Natürlich gebe es noch diverse verständliche Wünsche: "Aber vor dem Hintergrund der finanziellen Lage der Stadt können wir gut mit dem Plan leben."
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