Leichlingen: Feuerwehr neu aufgestellt
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 15.05.2010Leichlingen (RPO). Die Freiwillige Feuerwehr Leichlingen und die übrigen Wehren des Kreises haben wieder eine Interessenvertretung im Land. Die alte war zerschlagen worden.
Horst Schmidtberg zeigte sich zufrieden: "Ich bin froh, dass wir und die übrigen sieben Feuerwehren des Kreises jetzt wieder mit einem einheitlichen Dachverband unsere Interessen beim Land geltend machen können", sagte Leichlingens Stadtbrandmeister gestern – und schob gleich ein Lob an Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden hinterher. Der habe gut und sachkundig verhandelt: "Weiden hat unsere volle Unterstützung."
Die offizielle Mitteilung klingt noch relativ unbrisant: "Nach der Zerschlagung des Landesfeuerwehrverbandes Nordrhein-Westfalen durch das NRW-Innenministerium im Dezember haben sich die Feuerwehren im Rheinisch-Bergischen Kreis jetzt dem neu entstehenden Verband der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen (VdF-NRW) angeschlossen", heißt es in dem Schreiben, das der Kreisbrandmeister gestern verschickte. Doch dahinter steckt ein monatelanges Gezerre mit dem NRW-Innenministerium – und die Vorgeschichte dazu beinhaltet einen handfesten Skandal.
Alles begann damit, dass das Tagungshotel des alten Landesfeuerwehrverbandes pleite ging. Daraufhin strich NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) dem Verband die Fördermittel, die Organisation wurde zerschlagen. Bei den Freiwilligen Feuerwehren der Kreise und Städte löste das Entsetzen aus. Denn der Landesfeuerwehrverband vertrat 92 Prozent aller Feuerwehrleute in NRW, rund 110 000.
Und er war nicht nur Interessenvertretung gegenüber der Landesregierung. Er begleitete auch die Einführung des Digitalfunks, war an Gesetzgebungsverfahren beteiligt und auch bei der Konzeption der Aus- und Weiterbildungen der Einsatzkräfte mit im Boot. All das stand plötzlich auf der Kippe.
Jetzt gibt es eine neue Dachorganisation: den "Verband der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen" (VdF-NRW). Doch die Leichlinger und ihre anderen Kollegen aus dem Kreisgebiet haben sich Zeit gelassen, ehe sie der neuen Interessenvertretung beitraten. "Anfangs gab es wohl auch begründete Befürchtungen, dass sich einiges in die falsche Richtung entwickelt", erläutert Stadtbrandmeister Schmidtberg. Wolfgang Weiden erinnerte an seine Warnung bei der Delegierten-Versammlung im März: Dort hatte er betont, der neue Verband dürfe kein "regierungsfreundlicher Streichelzoo" sein. Ein klarer Arbeitsauftrag.
"Nach vorne schauen"
"Der nach wie vor nur schwer zu ertragende Umgang des NRW-Innenministeriums mit den Feuerwehren macht die schnelle Gründung eines neuen, starken Landesverbandes notwendig. Auch um hierdurch einen deutlichen Kontrapunkt gegenüber dem Innenministerium setzen zu können", argumentiert der Kreisbrandmeister.
"Wir müssen jetzt nach vorne schauen, wir brauchen eine gute Feuerwehrvertretung", sagt auch Horst Schmidtberg. Und Weiden hofft, "in einem zukünftig hoffentlich starken Landesverband die Belange aller Feuerwehren und deren Mitglieder adäquat vertreten zu können". Denn die "zum Teil massiv aufgestauten Probleme sowohl der ehrenamtlichen als auch der hauptberuflichen Feuerwehrleute" seien gleichermaßen wichtig.
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