Leichlingen: Friedensbotschafter mit Ziege
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 17.02.2010Leichlingen (RPO). Die Leichlinger Autorin Annette Langen widmet sich in ihrem neuen Kinderbuch nicht ihrem berühmten weitgereisten Hasen Felix, sondern dem kleinen Herrn G.Ott – und dem Thema Toleranz.
Felix in Deutschland
Im Mai erscheint im Arena-Verlag eine Unterrichtserarbeitung zum Kinderbuch "Zappeltappel" von Annette Langen.
Felix-Fans können ab Herbst Neues von dem reisefreudigen Hasen lesen. Dieses Mal tritt er eine Fahrt durch Deutschland an. Und dabei entdeckt er nicht nur unterschiedliche Landschaften und Sehenswürdigkeiten, sondern auch Sagen und Geschichten, die vom Leben in früheren Zeiten erzählen.
Der Punkt zwischen dem abgekürzten Vornamen und dem Nachnamen ist schon etwas verblasst. Deswegen glaubt die kleine Nadine, dass sie den richtigen Briefkasten für ihre Sorgen gefunden hat, den vom kleinen Herrn G.Ott. Den bittet sie um Hilfe, weil ihr Vater bald in den Krieg ziehen müsse. Leider ist er nicht allmächtig, sondern nur ein einfacher Bauer vom Land. Aber der kleine Herr G.Ott nimmt das Anliegen sehr ernst und macht sich in Begleitung seiner Ziege auf – bis in die Hauptstadt Berlin.
"Der kleine Herr G.Ott" heißt das neue Kinderbuch von Annette Langen, in dem sie anschaulich über Toleranz und Frieden spricht und die Frage aufwirft, wie es überhaupt funktionieren kann, dass Menschen in Frieden leben. Der Herder-Verlag empfiehlt diese Neuerscheinung für Kinder ab neun Jahre. Aber sie ist auch für Erwachsene durchaus lesenswert.
Alle Religionen geben da im Prinzip die gleiche Antwort, hat die Autorin bei ihren Recherchen für das Buch herausgefunden. Die Lösung lautet im Kern: Behandele jeden Menschen so, wie du selbst von anderen behandelt werden möchtest. Annette Langen lässt ihren kleinen Herrn G.Ott als Friedensbotschafter bis in die Versammlung des Bundestages ziehen, wodurch er schlagartig ins Interesse der Öffentlichkeit gerät. Alle Sender bringen seinen Auftritt samt Ziege, bei dem der einfache und bodenständige Mann vom Lande den Abgeordneten ins Gewissen redet. Aber Annette Langen macht in ihrem Buch auch klar, dass Frieden nicht alleine Sache von Regierungen ist, sondern dass er immer im Kleinen beginnen muss, zu Hause in der Familie oder auf dem Schulhof.
Den Anstoß zu dieser Geschichte über die große Reise des liebenswerten kleinen Herrn G.Ott gab übrigens tatsächlich ein besorgtes Kind. Sie bekomme viel Post von ihren jungen Lesern und die beantworte sie grundsätzlich, erzählt Annette Langen.
Im Fall einer E-Mail sei es ihr aber besonders schwer gefallen, die passenden Worte zu finden. Es war die eines Mädchens, das tatsächlich Angst um den eigenen Vater hatte, weil der in ein Kriegsgebiet musste. Bis Annette Langen die längere Antwort in Buchform fertig hatte, sind drei Jahre ins Land gegangen. Ihr Manuskript wurde noch überarbeitet, da hatten sie die realen politischen Ereignisse und Diskussionen eingeholt, die Nachricht von der Nobelpreisverleihung an US-Präsident Obama oder das Überdenken des Afghanistan-Einsatzes. Während "Der kleine Herr G.Ott" gerade an den Buchhandel ausgeliefert ist, reifen auf Annette Langens Schreibtisch längst mehrere neue Projekte. Es sei häufig so, dass die Arbeit an einem Thema schon wieder neue Fragen und Ideen aufwirft, die mit viel Fantasie in einem weiteren Kinderbuch beantwortet werden wollen.
Das Buch Annette Langen: "Der kleine Herr G.Ott oder wie die Welt ein bisschen besser werden könnte", Herder, 9,95 Euro
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



