Leichlingen: Gesamtkunstwerk Innenstadt
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 22.06.2009Leichlingen (RPO). Zum zweiten Mal wurde gestern die Innenstadt in eine Kunst- und Klangmeile verwandelt. An über 40 Standorten wurde musiziert und ausgestellt, während sich die Besucher durch die Straßen treiben ließen.
Augen zu und durch. Diese Verhaltensregel machte sich Michael Völker gestern Morgen zueigen. Als er aufwachte, hörte er draußen den Regen prasseln. "Ich habe mich einfach umdreht und weitergeschlafen", erzählt der Mitarbeiter des städtischen Kulturbüros. Und, siehe da: Die Methode hatte Erfolg. Am Mittag war der Himmel über Leichlingen mehr blau als grau, die zweite Kunst- und Klangmeile hatte den meteorologischen Rahmen, den sie verdiente.
50 Prozent Kunst, 50 Prozent Klang
So begann um 14 Uhr das große Musizieren. Vom Brückerfeld über Brückenstraße bis in Garten- und Kirchstraße hinein reihten sich Teilnehmer auf. "Gemeinsam mit den Kunstaktionen kommen wir auf über 40 Standorte", verkündete Völker. So teilte sich die Veranstaltungsmeile in 50 Prozent Kunst und 50 Prozent Klang auf. Eskortiert von einer Samba-Gruppe hängte Berthold Welter unter dem Titel "Buntes Völkchen – bunte Blüten" Kunstwerke in die Bäume, und Johannes Deutsch transportierte Exponate per VW-Bus zu verschiedenen Standorten in der Stadt.
Alle zwei Jahre wieder
Die nächste Leichlinger Kunst- und Klangmeile ist 10. Juli 2011 geplant. Die Veranstalter (Stadt, Musikschule, Wirtschaftsförderungsverein) wollen sie im Wechsel mit dem Bürgerfest alle zwei Jahren stattfinden lassen.
Zwar gab es einen Ablaufplan. Den behielt Völker aber für sich. "Wir wollen, dass die Gäste sich mit Neugierde durch die Stadt treiben lassen." So steuerten zahlreiche Besucher ohne festes Ziel durch das Gesamtkunstwerk Innenstadt und wurden vor den geöffneten Geschäften fündig: Chöre, Gesangvereine, Bläser legten einen akustischen Teppich in der Stadt aus, an dessen Ende das große gemeinsame Abschlusssingen im Brückerfeld geplant war.
Zuvor bedankte sich – so schien es zumindest – der Gospel-Chor der Musikschule an der Kirchstraße bei einer höheren Macht für den Wetterumschwung: mit dem Lied "Praise the Lord". Während die Jugend des Akkordeonorchesters "Bergisches Echo" am anderen Ende der Klangmeile im Brückerfeld den "Banana Boat Song" von Harry Belafonte intonierte. "Die Veranstaltung unterstreicht das Gemeinschaftsgefühl in der Stadt", freute sich die Vorsitzende Irmtraut Kremer über die zweite Teilnahme des Akkordeon-Orchesters. Urlaubsbedingt traten die Senioren diesmal zwar nicht auf, aber die Lücke füllte der Nachwuchs spielend aus. Nicht nur die eigene Jugend, sondern die gesamte Klangmeile ließ Kremer jubeln: "Das ist ein richtig toller Treffpunkt für die ganze Stadt."
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