Leichlingen/Solingen: Großeinsatz: Suche nach vermisstem Kanuten
VON S. KUNIGKEIT UND A. RÖHRIG - zuletzt aktualisiert: 10.01.2011Leichlingen/Solingen (RPO). Zu Wasser, zu Lande und sogar in der Luft jagten Einsatzkräfte gestern einem auf der Hochwasser führenden Wupper gekenterten Kanuten hinterher. Der 41-jährige Leverkusener war gegen 13 Uhr an Feuerwehrleuten vorbei getrieben, die in der Solinger Ortschaft Unterburg gegen das Hochwasser kämpften.
Auch Solingens Feuerwehrsprecher Michael Stachelhausen wollte seinen Augen nicht trauen, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete: "Er hat mir sogar noch zugerufen, er werde sich selber an Land retten." Weil das aber nicht danach aussah, wurde Großeinsatz ausgelöst.
Gekenterter war zu Fuß unterwegs
Ein Polizeihubschrauber wurde losgeschickt, während die Feuerwehr entlang der Wupper nach dem Gekenterten Ausschau hielt. Auch die Leichlinger Wehr rückte aus. "Wir haben unter anderem zwei Brücken besetzt", sagte Leichlingens Feuerwehrsprecher Thomas Schmitz. In Höhe des Wipperkottens beteiligte sich die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit einem Hochwasser-Boot an der Suche, weitere Boote und ein Strömungs-Rettungstrupp gingen nahe des Flusses in Bereitschaft. Gegen 13.40 Uhr entdeckte die Hubschrauberbesatzung oberhalb der Ortschaft Glüder zwei Männer, die zu Fuß mit ihren Kajaks unterwegs waren. Einer von ihnen war der Gekenterte, der gegenüber der Polizei angab, dass er sich mit Hilfe anderer Kanuten habe ans Ufer retten können. Die Männer waren mit zwei Einer-Kajaks unterwegs gewesen, beide trugen Schwimmweste und Schutzhelm. Sie waren nicht die einzigen Kanuten auf der reißenden Wupper.
Erst mit Hochwasser wird der Fluss für Sportkanuten interessant – zugleich steigt aber auch die Gefahr für Leib und Leben. "Bei dem Pegel und der hohen Fließgeschwindigkeit ist es notwendig, dass man so viel Personal einsetzt", begründete Helge Schönzeler von der DLRG Leichlingen den Großeinsatz. In Pforzheim ist am Samstag ein 50-jähriger Kajakfahrer ums Leben gekommen, als er in den Hochwasser führenden Enz fiel.
In Leichlingen ist das Hochwasser-Wochenende glimpflich verlaufen. "Bis jetzt ist alles im grünen Bereich", sagte Stadtsprecherin Ute Gerhards auf RP-Anfrage. Die Wupper-Pegel meldeten ein mittleres Hochwasser: In Glüder wurde gestern Früh ein Wasserstand von 2,40 Meter gemessen, in Opladen kurz darauf 2,90 Meter. Entlang der Wupper waren Fußwege überflutet, etwa im Bereich Wipperkotten.
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