Leichlingen: Klingende Radkappen und fröhliche Kinder
VON MAXIMILIAN LAUFER - zuletzt aktualisiert: 16.05.2011Leichlingen (RPO). Eigens vorgezogen worden war das Kinderfest: Zwei Wochen früher als in Vorjahren fand es im alten Stadtpark und nicht am Wupperufer statt. Was als Geste den von der Baustelle gebeutelten Geschäftsinhabern gegenüber gedacht war – das Publikum sollte in die Stadtmitte gelockt werden – ging nicht auf: Als das Fest um 14 Uhr begann, waren die meisten Läden bereits geschlossen. Nichts also mit umsatzfördernden Maßnahmen. Immerhin aber kamen die Kinder voll auf ihre Kosten.
"Der Müll muss weg!" "Sei kein Schwein!" lautet die Losung am Stand des Jugendparlaments. Dessen Sprecherin Liv Auhage sagt: "Wir wollen die Leute ändern." Städtischerseits seien bereits alle Hebel, dem Müll Herr zu werden, in Bewegung gesetzt worden. Dennoch gebe es viele Sündenfälle, wie von den Jung-Parlamentariern aufgenommene Fotos belegen: Fast Food-Tüten, zerschlagene Flaschen am Jugendzentrum, Dreck und Abfälle am Wupperufer und Sperrmüll im Förstchen. Die 10-Jährige ist überzeugt, dass es einer Bewusstseinsänderung bedarf: "Gerade auf Spielplätzen gehört der Müll in die Abfalleimer." Dass es zumeist Jugendliche seien, die mangelndes Umweltbewusstsein zeigten, hält die Gymnasiastin für falsch. Die Beweisfotos scheinen dies zu belegen: Autoreifen, Fernsehgeräte, Möbel. Und: "Mit den Hunden Gassi gehen in Leichlingen ja auch nicht nur die Kinder."
An den Ständen von DLRG und Terre des Hommes wird derweil geschminkt, was zu einigen wundersamen Begegnungen auf der riesigen Spielwiese führt. Sehr beliebt offenbar: Die Indianerbemalung (auf stilecht oliv grundiertem Teint)– der perfekte Look, um im Tipi zu spielen, das sich gleich nebenan befindet.
Vom Parcours unserer Zeitung her ist eine scheppernde Kakophonie zu vernehmen: Bei der RP darf draufgehauen werden. Und zwar auf ausrangierte Radkappen, Benzinkanister, Töpfe und Deckel. Was großen Spaß zu machen scheint, al-lerdings auch die elterliche Befürchtung nährt, die Kleinen könnten daheim nun ebenfalls Haus-haltsgegenstände zu Instrumenten umfunktionieren, wie eine Mutter lachend bemerkt.
Am Boule-Platz kann ein kleines blondes Mädchen gerade noch von seinem Vater davon abgehalten werden, sich der Kugeln zu bemächtigen. Und Priscila und Taina werden von ihrer Mutter auf Spanisch getröstet, weil sie wohl heute nicht mehr werden klettern können. Alles ist ausgebucht.
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