Leichlingen: Komasaufen und die Folgen
VON JULIA BERTENBURG - zuletzt aktualisiert: 30.01.2010Leichlingen (RPO). "Saufen bis der Arzt kommt!?" – Unter dieser Überschrift bot der Arbeitskreis der weiterführenden Schulen in Leichlingen einen Informationsabend für Eltern an. Im Mittelpunkt standen die Gefahren vermehrten Alkoholkonsums bei Jugendlichen und die Möglichkeiten, wie Eltern mit der Situation umgehen können.
Die Themen und behandelten Fragen waren das Ergebnis einer Umfrage unter den Klassenpflegeschaften. Dazu hielten in der Mensa der Städtischen Gemeinschaftshauptschule drei Referenten Vorträge aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Jürgen Salewski vom Fachdienst Prävention in Wermelskirchen informierte über aktuelle Trends und Probleme (Bier- und Energy-Mixgetränke, Flatrate-Saufen, "Abifetegeldbeschaffungsparties") und wirtschaftliche Aspekte: "In Deutschland werden pro Jahr rund eine Milliarde Euro für Alkoholwerbung ausgegeben", berichtete Salewski.
Aus medizinischer Sicht beleuchtete Dr. Jens Gebhardt, Oberarzt am Psychosomatischen Klinik in Bergisch Gladbach, das Thema. Er erläuterte zunächst das so genannte "Binge-drinking", also Kampftrinken, und ging vor allem auf die Gefahren von Alkohol ein: So führe ein vermehrter Konsum zu Schäden an Gehirn und Leber sowie riskantem Verhalten, welches oftmals Unfälle zur Folge habe. Frühes Trinken bei Jugendlichen erhöhe zudem die Wahrscheinlichkeit einer späteren Abhängigkeit. "Die Gefahr des Kampftrinkens wird oft unterschätzt", warnte Gebhardt.
Positive Vorbilder gefragt
Bernhard Danger vom Kommissariat Kriminalitätsvorbeugung der Kreispolizei betonte, dass nicht nur Kinder und Jugendliche regelmäßig zur Flasche griffen, sondern deutlich mehr Erwachsene, darunter insbesondere die über 60-Jährigen. Auch die Zahl der Unfälle, die von jungen alkoholisierten Fahrern verursacht würden, sei relativ gering.
Die Experten gaben Tipps, welche Maßnahmen Eltern bei einem erhöhten Alkoholkonsum ihrer Kinder ergreifen können: So sollten die Erziehungsberechtigten in erster Linie Vorbild sein, klare Regeln aufstellen und Alternativen zeigen, aber gleichzeitig auch Zuwendung geben und Verständnis für das Verhalten ihrer Kinder haben. Am Ende konnten die Eltern offengebliebene Fragen an die Experten richten. Vor allem der rechtliche Aspekt beschäftigte die Erziehungsberechtigten: So etwa, ob sich jemand strafbar mache, wenn er einem Minderjährigen bei einer privaten Feier Alkohol anbiete oder woran man als Eltern merke, wann man mit seinem Kind ins Krankenhaus fahren sollte.
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