Leichlingen: Kritik an Bauplänen
VON STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 09.12.2009Leichlingen (RPO). Der Bebauungsplan Reusrather Straße/Rothenberg muss nachgebessert werden. Das forderten die zuständigen Politiker im Bauausschuss. Die Stadt soll ein neues Beratungspapier vorlegen.
Das geplante Neubaugebiet Reusrather Straße/Rothenberg (Gelände des ehemaligen Blütencenters) sorgt weiterhin für kontroverse Diskussionen. Circa 140 Einwendungen hat es zu dem Projekt bislang gegeben. Und die seien seitens der Stadtverwaltung nicht ausreichend abgearbeitet worden, kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Gonska am Montagabend in der Sitzung des Ausschusses für Bauwesen, Umweltschutz und Stadtentwicklung. Aus dem von der Stadtverwaltung vorgelegten Beratungspapier spreche die Handschrift des Investors bzw. Planers, es sei nicht objektiv abgewogen worden, so Gonskas Eindruck.
Gefahr an der Bushaltestelle
Zu den Hauptkritikpunkten des Sozialdemokraten zählte eine der vorgeschlagenen Zufahrten zum Blütencenter, das sich in Zukunft unmittelbar an der Kreuzung Trompete niederlassen will. So hatte es zumindest der Inhaber vor einigen Monaten angekündigt (siehe dazu auch Infokasten "Ohne Blütencenter?") Diese Zufahrt liege viel zu nah an der Bushaltestelle Richtung Opladen und stelle eine Gefährdung der Fahrgäste dar, urteilte Gonska.
Ohne Blütencenter?
Eine überraschende Aussage in der Bauausschusssitzung lieferte Planer Jochen Füge vom Büro ISR Stadt+Raum, der sich gegen Ende aus dem Zuschauerraum zu Wort meldete. Der Bebauungsplan Reusrather Straße/Rothenberg hänge nicht am Blütencenter, betonte Füge.
Es sei möglich, dass es auf dem für den Gartenmarkt vorgesehenen Areal direkt an der Kreuzung Trompete doch nur bei einer Grünfläche bleibe. Das ließ die Interpretation zu, dass der Inhaber des Centers eine Rückkehr an die Trompete inzwischen in Frage stellt.
Auch bei den geplanten Spielflächen in dem Neubaugebiet (Gonska: "Einen Alibi-Kinderspielplatz brauchen wir nicht"), bei einer Planstraße ohne Wendehammer, bei Abstellflächen von Mülltonnen und bei weiteren Punkten hatte die SPD Bauchschmerzen. Rolf Ischerland (CDU) bezeichnete die Nachbesserungswünsche zwar als "Kleinigkeiten", forderte aber ebenso wie Gonska und auch Volker Jung (BWL) Änderungen.
Baudezernentin Barbara Sauer hatte den Entwurf zuvor verteidigt. Das künftige Blütencenter werde eine Verkaufsfläche von lediglich 200 Quadratmetern haben. Die Beeinträchtigung für den Verkehr durch die Kundenströme hielten sich folglich in Grenzen. "Deshalb sehen Fachleute die Zuwegung in der Nähe der Bushaltestelle unproblematisch", betonte Sauer. Ein Spielplatz sei laut Spielplatzbedarfsplan in dem Gebiet gar nicht erforderlich, die in den Plänen ausgewiesene öffentliche Grünfläche somit eigentlich ein Entgegenkommen der Planer.
Und zum Thema Müllentsorgung: In einer kleinen Stichstraße sei die Anlage eines Wendehammers für Müllfahrzeuge schwierig. Da es in dem betreffenden Bereich aber nur vier Wohneinheiten geben solle, habe es die Stadtverwaltung für vertretbar gehalten, wenn die Anwohner ihre Mülltonnen ein Stückchen rollen müssten – zu einem besser erreichbaren Abholplatz.
Ausräumen konnte Sauer die Bedenken der Politiker mit ihren Erläuterungen nicht. Das Beratungspapier wurde abgelehnt, die Verwaltung soll bis zur nächsten Ausschusssitzung im neuen Jahr eine neue Vorlage erarbeiten.
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