Leichlingen: Lebensgefahr auf dem Friedhof
VON STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 19.01.2011Leichlingen (RPO). Schnee und Eis sind zwar weggetaut, doch der Kommunalfriedhof Kellerhansberg bleibt weiter gesperrt. Der Grund: Durch das Winterwetter angeschlagene Bäume drohen umzukippen, Äste auf Besucher herabzustürzen.
Die Mitarbeiter der Leichlinger Stadtverwaltung müssen eine Menge Überzeugungsarbeit leisten in diesen Tagen. Denn nicht allen Bürgern erschließt sich auf Anhieb, warum der Kommunalfriedhof am Kellerhansberg trotz der inzwischen fast frühlingshaften Temperaturen immer noch für die Öffentlichkeit gesperrt ist – und es wohl noch mindestens zwei Wochen bleiben wird.
Tatsache ist aber: Durch das Winterwetter sind zahlreiche Bäume so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie umzustürzen drohen. Auch das Risiko des Astbruchs ist zurzeit immens hoch.
Gartenbauunternehmer Jörg Esken, dessen Firma von der Stadt mit den Aufräumarbeiten beauftragt worden ist, sagte es gestern klipp und klar: "Auf dem Friedhof herrscht momentan Gefahr für Leib und Leben. Die Schäden an den Bäumen sind von unten teilweise nicht erkennbar, damit ist nicht zu spaßen. Wenn Windböen in die Baumkronen greifen, kann es zu tödlichen Unfällen durch herabstürzende Äste kommen." Die Gefahr sei auf dem Friedhof sogar größer als im Wald, weil es auf der Ruhestätte mehr Schneisen gebe und der Wind dadurch bessere Angriffsflächen finde.
Die Ausnahme
Beerdigungen können auf dem Friedhof Kellerhansberg ungeachtet der Sperrung weiterhin stattfinden – sofern an der Grabstelle keine Gefahr für Trauergäste besteht.
Die Trauergesellschaften werden auf sicheren Wegen zur Grabstätte geleitet, versicherte die Stadt.
Ansprechpartnerin für Beerdigungen ist im Leichlinger Rathaus Ulrike Segin, Tel. 02175 992-346.
20 Fällungen nötig
Alle Bäume auf dem Kommunalfriedhof, an denen etwas getan werden muss, sind bereits mit Nummern gekennzeichnet worden. Betroffen sind vor allem Kiefern und Birken, die meisten ungefähr 50 bis 60 Jahre alt. "Etwa 20 Bäume müssen gefällt werden, aus weiteren 40 müssen zumindest Äste entfernt werden", berichtete Florian Zwiglin vom Tiefbauamt. Geschehen soll dies unter Einsatz von Kettensägen, Hubsteigern und Freikletterern.
Rund zwei Wochen werden für die Arbeiten veranschlagt, solange bleibt das Grabfeld gesperrt. Tiefbauamtsleiter Jürgen Krey schätzt den durch das Winterwetter entstandenen Schaden auf dem Kommunalfriedhof Kellerhansberg auf 25 000 bis 30 000 Euro.
Jörg Esken sagte für die Ausführung der Arbeiten größtmögliche Sorgfalt zu, damit es nicht zu weiteren Schäden an den Gräbern kommt. Auf manche Ruhestätte rauschten in den vergangenen Schnee-Wochen Baumteile herab, die unter der Last der weißen Pracht abgebrochen waren. Dabei seien unter anderem Grablichter, Sträucher, Kleinpflanzen und Einfassungen lädiert worden. Pech für die Eigentümer: Nach Lage der Dinge fallen solche Schäden unter die Einstufung "höhere Gewalt" und werden nicht von der Versicherung ersetzt. So laute jedenfalls die Auskunft des Versicherungsverbandes, sagte Tiefbauamtsleiter Jürgen Krey.
Friedhof Witzhelden frei
Entspannt ist unterdessen die Lage auf dem Kommunalfriedhof in Witzhelden – wohl auch deshalb, weil es dort weniger Bäume gibt. Nur eine große Zeder musste beseitigt werden. Der Friedhof Witzhelden ist für die Besucher frei.
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