Leichlingen: Leichlingen für an die Wand
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 08.12.2009Leichlingen (RPO). Der Grafiker Rainer Beils hat einen künstlerisch gestalteten Stadtplan kreiert, der auf große Resonanz stößt. Auf Wunsch fügt er auch das jeweilige Häuschen seiner Abnehmer in die Karte ein.
Mit einer Postkarte hat eigentlich alles begonnen. Rainer Beils wollte für sich selbst Visitenkarten herstellen, aber nicht im üblichen Format. Deswegen kreierte er seine in Din A 6-Größe. Eine Visiten-Postkarte, die von tiefer Verbundenheit zu seiner Heimatstadt zeugt. Als Grundidee für die Illustration benutzte der Grafiker das Leichlinger Wappen, das er aber für seine Zwecke modifizierte. Er gab dem Bergischen Löwen eine Angel in die Pfote und ließ ihn in der Wupper angeln. Zuletzt fertigte Rainer Beils einen Stadtplan, der den Verlauf der wichtigsten Straßen zeigt, bewaldete Flächen und Felder andeutet. Dort hinein zeichnete er die wesentlichen Bauwerke. Der Plan reicht von der Wupper bis nach Witzhelden, schließlich wohnt Beils selbst auf halber Strecke in Stöcken. Es ist ein künstlerisch gestalteter Stadtplan, der sich weniger dazu eignet, den rechten Weg zu finden.
Langenfeld zog nach
Inzwischen hat die Stadt Langenfeld Kontakt zu Rainer Beils aufgenommen, denn auch dort wünscht man sich einen solchen besonderen Stadtplan, der inzwischen in Arbeit ist. Die Vorbereitung war für den Zeichner ungleich schwerer, weil er sich dort nicht so gut auskennt. Also setzte er sich zunächst mit Langenfelder Urgesteinen zusammen und ließ sich deren Anekdoten erzählen.
Zu Weihnachten soll auch dieses Projekt abgeschlossen sein.
Im Café am Stadtpark ausgestellt
Seit er das mit Tuschefeder, Buntstift und Aquarellfarben gearbeitete Din A 1-Blatt bei Strieker im Café am Stadtpark ausgestellt hat, bekommt er ständig Anfragen von Interessenten. Für solche ließ er den Plan vom Original drucken, mit der Option, sie für Kunden zum individuellen Exemplar aufzuwerten, in dem auch das eigene Haus eingefügt ist. Dafür nutzt Beils die freie Ecke am rechten unteren Rand des Bildes.
Einige Interessenten schickten ihm als Vorlage per E-Mail eine Aufnahme des Eigenheims, in anderen Fällen fuhr er selbst mit der Kamera raus und fotografierte die gewünschte Ansicht des Objekts. Bis Weihnachten hat er noch manchen Wunsch dieser Art zu erfüllen. Im Hauptberuf ist Rainer Beils im grafischen Gewerbe tätig. Er erstellt Prospekte oder Broschüren für Firmen, die oft mit sehr genauen Vorgaben kommen. Da wird seine Kreativität oft nicht voll ausgeschöpft. Deswegen hat er auch nebenher immer gerne künstlerisch gearbeitet, sich vor Jahren auch an der Ausstellung Leichlingen kreativ beteiligt. Als die Kinder klein waren und er als Besitzer eines Fachwerkhauses genug zu tun hatte, legte er zwangsläufig eine Pause ein.
Doch schon lange gehen in dem kreativen Kopf Gedanken um, die inzwischen ziemlich genaue Formen angenommen haben. "Ich möchte ein Wimmelbuch von Leichlingen machen", erzählt Beils. Dabei denkt er an jene Bücher ohne Text, die auch seine Kinder lieben. Bilder, in denen sehr viel los ist, in denen Menschen arbeiten, einkaufen oder spazieren gehen, spielen oder sich gestenreich unterhalten. Solche Abbildungen regen die Phantasie an und erzählen eine Fülle von Geschichten, die sich gleichzeitig ereignen.
Erster Schritt zum Kinderbuch
Der Stadtplan, der nun schon als Einzelstück zum Renner geworden ist, war eigentlich der erste Schritt zu diesem Kinderbuch über Leichlingen, das möglichst im nächsten September erscheinen soll. Die Ideen sind schon da, jetzt müssen nur noch alle mit dem Zeichenstift zu Papier gebracht werden. Und in den zwölf doppelseitigen Bildern werden sich auch echte Originale verstecken, die jeder erkennen sollte, der sich in der Blütenstadt zu Hause fühlt.
Kontakt Rainer Beils, 02175 71241 oder per E-Mail an rainer.beils@t-online.de
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