Leichlingen: Leichlingens Feuerwehr ist zu schwer
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 29.09.2010Leichlingen (RPO). Der Brandschutz-Bedarfsplan ist noch nicht fertiggestellt, aber ein Problem, das im Zuge der Recherchen zu dem Gutachten aufgetreten ist, zeigt jetzt schon Auswirkungen. Die Leichlinger Feuerwehr ist zu schwer.
"Fünf unserer Fahrzeuge bringen zu viel Gesamtgewicht auf die Waage", bestätigte Feuerwehr-Sprecher Thomas Schmitz auf RP-Anfrage. Dabei handelt es sich um zwei Löschfahrzeuge, zwei Mannschafts-Transportwagen, aber immerhin auch einen Einsatzleitwagen.
Das Ingenieurbüro, das den Bedarfsplan für die Stadt zurzeit ausarbeitet, hat demnach unter anderem auch die Auslastung der Feuerwehrfahrzeuge begutachten lassen. Dabei traten die "Gewichtsprobleme" zu Tage. "Das zeigt zum einen, dass wir wirklich schon viel Ausrüstung in unsere Wagen hineinpacken müssen", sagt Schmitz. Da lasse sich zusätzlich nichts mehr draufsatteln.
90 statt 75 Kilogramm pro Person
Aber auch das Gewicht der Personen im Fahrzeug habe eine Rolle gespielt. "Das heißt jetzt natürlich nicht, dass unsere Einsatzkräfte zu dick sind", versichert Schmitz. Die Berechnungsgrundlage habe sich vielmehr geändert. Das Übergewicht sei also auch ein statistisches: "Während früher das Gewicht für die Besetzung der Autos mit 75 Kilogramm im Schnitt pro Person angegeben werden konnte, wird aktuell ein Wert von 90 Kilo zu Grunde gelegt." Offenbar eine Anpassung an die Tatsache, dass die Bevölkerung im Laufe der Zeit immer größer und schwerer geworden ist.
Ein bis zwei Leute weniger
Eine erste Konsequenz hat die Leichlinger Feuerwehrspitze schon aus diesem Ergebnis gezogen: "Jetzt fahren ein bis zwei Leute weniger auf den betroffenen Fahrzeugen mit", erklärt Sprecher Schmitz. Sorgen um die Sicherheit muss sich deshalb aber kein Bürger machen, wie er betont: "Wenn es irgendwo brennt, warten unsere Löschfahrzeuge ja nicht erst, bis alle Mann an Bord sind." Sobald sechs oder sieben Einsatzkräfte im Auto seien, gehe es los – es komme ja schließlich auf die Schnelligkeit an. Problematischer wird es da schon bei Übungen. "Wenn wir da wirklich alle mitnehmen wollen, die möchten, müssen wir uns etwas einfallen lassen", sagt Thomas Schmitz.
Zum Dauerproblem soll das Übergewicht nicht werden. Die Erkenntnisse aus der Untersuchung fließen schließlich in den Brandschutz-Bedarfsplan ein. Der wiederum bildet die Grundlage, auf der die Stadt und die Politik die künftige Ausstattung der Feuerwehr beraten und festlegen. Die Leichlinger Wehrleute sind sicher, dass man sich auch des Gewichtsproblems im Zuge dieser Beratungen annehmen wird. Dass einzelne Feuerwehrmänner und -frauen künftig im Privatwagen hinter den Feuerwehrautos herfahren müssen, ist wohl nicht zu befürchten.
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